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Muss altes Bootshaus noch ein Denkmal sein?

Wunstorf Muss altes Bootshaus noch ein Denkmal sein?

Auf einem idyllischen Wassergrundstück mit Blick auf die Badeinsel hat die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Hannover unter Vorsitz von Ingo Behrens am Donnerstag über die Frage verhandelt, ob ein früheres Bootshaus zu Recht unter Denkmalschutz steht. Eine Entscheidung ist dazu noch nicht gefallen.

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Das Verwaltungsgericht Hannover verhandelt in Steinhude über die Frage, ob ein früheres Bootshaus wirklich ein Denkmal ist.

Quelle: Sven Sokoll

Steinhude. Eigentümer Wilhelm Schweer möchte das Haus am Steenewark abreißen lassen, das 1927 neben einem Unterkunftsgebäude der Kavallerieschule Hannover gebaut worden war. Es wurde später von einem Boots- zu einem Wohnhaus umgebaut, steht aber dennoch seit 1986 unter Denkmalschutz. Deswegen verweigerte die Stadt Wunstorf die Abrissgenehmigung. "Wir haben lange gar nicht gewusst, dass das Haus unter Schutz gestellt worden war", sagte Schweer.

Das Landesamt für Denkmalpflege hatte die Denkmalqualität neben der historischen Funktion auch damit begründet, dass es sich um eine besondere Lamellendachkonstruktion handelt, die auf Entwürfe des Architekten Friedrich Zollinger zurückgehen. In Niedersachsen gebe es nur ein weiteres Objekt mit einem solchen Dach in der Denkmalliste, sagte Burkhard Jäger von der Behörde. Und da das Gebäude nicht offensichtlich marode sei, könne es weiter als Denkmal erhalten bleiben.

Für den Kläger führte sein Anwalt Christian von Waldthausen aber an, dass das Gebäude in seiner Geschichte ganz erheblich verändert worden sei. Zunächst soll es demnach nur das jetzige Dachgeschoss gegeben haben, unter das später eine weitere Etage gebaut wurde. Außerdem gibt es zwei nachträglich auf andere Weise installierte Gauben. Bauakten gibt es nicht mehr, doch das Gericht betrachtete das als durchaus glaubhaft.

Weil nun als wichtiger Punkt die Frage verbleibt, wie groß der notwendige Sanierungsaufwand ist, gab die Kammer nun der Stadt auf, innerhalb von zwei Monaten von einem Gutachter nachweisen zu lassen, dass das Haus wirklich noch in einem erhaltenswerten Zustand ist. "Denn nach einer oberflächlichen ersten Begutachtung gibt es dazu noch keine verbindlichen Aussagen", erläuterte Behrens diesen Schritt.

Außerdem kann die Stadt nun noch über einen Einigungsvorschlag der Klägerseite nachdenken: Demnach soll nach einem Abriss des Hauses an anderer Stelle das Dachgeschoss als Bootshaus so weit wie möglich aus alten Teilen neu errichtet werden.

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Von Sven Sokoll

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