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Weberei Seegers baut Betrieb kräftig um

Wunstorf Weberei Seegers baut Betrieb kräftig um

In zwei kraftvollen Schritten führt Adrian Seegers (33) das traditionsreiche Familienunternehmen, die Steinhuder Weberei Seegers & Sohn, mit seinen zwanzig Mitarbeitern, in die Zukunft. Am 8. Mai schließen sich zunächst die Türen vom Fabrikverkauf für den Privatkundenbereich.

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Große Umbauten sind erforderlich, um sowohl die Produktausstellungs- und Verkaufsräume, sowie das Café und Museum öffnen zu können.

Quelle: Winfried Gburek

Steinhude. Ab Juni will das Unternehmen mit einem ganz neuen Erlebnis-Charakter die Textilien präsentieren und die Kundschaft betreuen. Fast selbstverständlich wird ein Online-Shop hinzukommen. Vater Friedrich Seegers (67) unterstützt seinen Sohn mit Rat und Tat.

Zahlreiche Umbaumaßnahmen laufen bereits innerhalb des 100 Jahre alten Fabrikgebäudes in der Bleichenstraße. Der Ausstellungs- und Verkaufsbereich wird um die doppelte Fläche und auf zwei Ebenen erweitert. Ehemalige Lagerräume werden zu einem Café mit Außenbereich eingerichtet und ein Museum der Weberei in neuer Gestalt präsentiert.

„Selbstverständlich auch mit unserem Magazin, mit den über 30.000 verschiedenen Mustern auf den Jacquard-Karten. Der Charme dieser Räume bleibt als Schatzkiste so erhalten“, sagte Adrian Seegers. Damit alle Bereiche bequem zu erreichen sind, wird zusätzlich ein Fahrstuhl installiert. Neben dem Angebot von Betriebsbesichtigungen wird es auch einen optischen Leckerbissen geben: den Blick durch ein weites Fenster, direkt in die Produktion.

„Bei allem ist uns sehr an einer sensiblen Vorgehensweise gelegen. Auch die Produktion läuft weiter", betont der Chef. „Den Fahrstuhl bauen wir in den ehemaligen Schornsteinfuß unserer Fabrik. Hierbei halfen uns unfreiwillig die ehemaligen britischen Besatzungsmächte auf dem Fliegerhorst“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu. „Sie bestanden auf dem Abriss des Schornsteins, aus Sicht- und Unfallverhütungsauflagen für den Flugverkehr.“

Auch in den neuen Verkaufsräumen bleiben die „Arbeitsspuren der Vergangenheit sichtbar erhalten“, betont Seegers. So zum Beispiel die von den Webern angeschriebenen Bezeichnungen der Garnfarben an den Wänden des ehemaligen Lagers. Und wer im zukünftigen Café der Weberei seinen Kaffee genießt, der wird ringsum das intensive, wechselvolle und langjährige Leben der Fabrik erleben können. Selbst der ehemalige Luftschutzkeller der Fabrik wird in die Umbauten integriert. Er wird in Zukunft die technische Versorgung vor allem für das Café aufnehmen.

Ein Jahr später wird eine digitale maschinelle Erweiterung in der Produktionshalle hinzukommen, um die traditionellen Muster und Produkte sowie neue Formen in gewohnter hoher Qualität produzieren zu können. Der Stellplatz hierfür ist bereits geräumt. Bauliche Voraussetzungen sind mit dem Webmaschinenhersteller Picanol in Belgien abgestimmt. Bereits jetzt hat Adrian Seegers zur breiten und vielfältigen Produktpalette der Halbleinenartikel achtzehn neue Farben hinzugefügt und somit auf vierzig Leinen-Garne aufgestockt.

„Wir sind froh, dass bei allen baulichen Planungen die Zusammenarbeit mit der Stadt so gut verläuft. Auch darüber, dass die dicken Fabrikwände und Stahlträger auch für die statischen Planungen beste Voraussetzungen bieten.“ Das Unternehmen sei sich mit der Stadt einig darüber, dass diese Zukunftsschritte auch auf touristischem Hintergrund von großem Interesse für Steinhude sind. Rund eine halbe Million Euro kostet diese Investition der Weberei Seegers & Sohn an diesem Standort.

Seit 252 Jahren produziert das Unternehmen in der neunten Generation hochwertige Tisch- und Frottierwäsche sowie Küchentextilien am Steinhuder Meer. Schwerpunktbereich der Produktion bildet die Produktpalette für Hotellerie und Gastronomie von ebenfalls familiengeführten Häusern, in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für ihre Produkte besitzt sie ein Alleinstellungsmerkmal. Die Weberei Seegers ist darüber hinaus traditioneller Produzent für die Versorgung der deutschen Botschaften weltweit, der Vereinten Nationen, der FIFA und der Stadt Hannover. „Auch für den Besuch der englischen Queen in Deutschland, vor zwei Jahren, haben wir das vom Protokoll verpflichtende Tischtuch der Queen, mit ihrem Wappen, in Steinhude eigens produziert“, freut sich Seegers.

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Fotostrecke Wunstorf: Weberei Seegers baut Betrieb kräftig um

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Von Winfried Gburek

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