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Wende in der Wohnbaupolitik

Wunstorf Wende in der Wohnbaupolitik

Wunstorfs Wohnungsbaupolitik steht vor einem Wandel. Nachdem jahrelang neue Baugebiete sehr gezielt und nur sparsam ausgewiesen wurden, müssen Verwaltung und Rat sich mit zunehmendem Druck auf dem Markt auseinandersetzen.

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Wohnraum wieder stärker zu verdichten erscheint den kommunalen Entscheidungsträgern geboten. Das bislang letzte Großprojekt Kalkofen liegt bereits 20 Jahre zurück.

Quelle: Albert Tugendheim

Wunstorf. Bei der Schaffung neuen Wohnraums könne nicht auf die Ausweisung von Bauland verzichtet werden, mahnte Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt gestern im Gespräch mit der Leine-Zeitung. Auch Geschosswohnungsbau sei nötig, ansonsten würden die Mieten bald drastisch steigen. Wunstorf sei nach wie vor ein attraktiver Standort für Umzugswillige. Aus Mangel an Möglichkeiten wanderten aber momentan viele nach Hagenburg oder Bad Nenndorf ab.

Martin Pavel, Stadtverbandsvorsitzender der CDU, erinnert daran, dass die Vorsitzende der Ratsgruppe SPD/Grüne, Kirsten Riedel, und er schon vor längerer Zeit im Zusammenhang mit Flüchtlingsunterkünften auf die Probleme hingewiesen hätten. „Wir brauchen sozialen Wohnungsbau, Menschen mit geringem Einkommen haben auf dem Wohnungsmarkt kaum noch Chancen“, sagt Pavel. Die Linie, Bauland in nur geringem Maße auszuweisen, sei nicht mehr zu halten, meint er.

Für Geschosswohnungsbau gab es in den vergangenen Jahren wenig Bedarf und noch weniger Investoren. Das letzte Großprojekt wurde vor 20 Jahren angeschoben und umgesetzt, das Gebiet Kalkofen. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Die Stadt nimmt an Wohnraum alles, was sie bekommen kann, um die Aufgabe der Flüchtlingsunterbringung zu stemmen. Zwangsläufig führt das zu einer Verknappung.

„Wir brauchen vom Bund Förderprogramme für sozialen Wohnungsbau, das kann eine Kommune allein nicht machen“, fordert der Bürgermeister. Die Stadt müsse aber zügig die Voraussetzungen schaffen, also Bauland ausweisen. Schließlich dauerten derartige Planung- und Genehmigungprozesse lange. „Wir werden in diesem Jahr Initiativen starten“, kündigt Eberhardt an. Im April werde ein Gutachten über Wohnraumbedarf und -entwicklung vorliegen.

Aber auch den Eigenheimbau wollen Stadt und Rat wieder mehr voranbringen. „Mit blutet das Herz, wenn ich sehe, dass Menschen wegziehen, weil sie bei uns keinen Bauplatz finden“, sagt Pavel.

In der rot-grünen Mehrheitsgruppe gab es Endes des Jahres Streit um die Erweiterung des Neubaugebietes im Süden der Kernstadt. Die Grünen stemmen sich gegen einen weiteren Flächenverbrauch für den Eigenheimbau, die SPD sieht dies als notwendig an. Das Thema sei zu wichtig, um es mit „rein gefühlter Realitätswahrnehmung“ zu behandeln, formulierte Gruppenchefin Riedel die Haltung der SPD.

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