Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Mönchehof-Bewohnern fehlt das Reisen

Wunstorf Mönchehof-Bewohnern fehlt das Reisen

Erlebnisse, wachsendes Gemeinschaftsgefühl, gelebte Inklusion bei Begegnungen: Wenn die seelisch behinderten Bewohner des Heims auf dem Gut Mönchehof in den vergangenen Jahren gemeinsam verreist sind, brachte das viele positive Effekte. Seit einer Neuregelung sind die Fahrten aber kaum noch möglich.

Voriger Artikel
Kammermusik erklingt in der Stadtkirche
Nächster Artikel
Teilnehmer für Vion-Wettbewerb stehen fest

Die Parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks (SPD) besucht das Wohnheim auf Gut Münchehof, das Karl-Peter Philipps leitet.

Quelle: Sven Sokoll

Kolenfeld. Heimleiter Karl-Peter Philipps hat nach zahlreichen eher erfolglosen Gesprächen am Montag der Parlamentarischen Staatssekretärin aus dem Bundesfamilienministerium, Caren Marks, von dem landespolitischen Problem berichtet. Seitdem das niedersächsische Amt für zentrale soziale Aufgaben in Hildesheim im vergangenen Jahr die Reisebestimmungen neu geregelt hat, seien die bürokratischen Hürden gestiegen und die Zuschüsse im Gegenzug deutlich gesunken. "Jetzt können wir es nicht mehr realisieren", sagt Philipps.

Die 13-tägigen Fahrten, die seit 2003 gab, dürfen jetzt nur noch höchstens acht Tage lang sein. Dafür zahlen die Sozialbehörden 296 Euro Zuschuss statt bisher 629 Euro pro Woche . Anträge sind nicht mehr für die ganze Gruppe, sondern für jeden Teilnehmer einzeln zu stellen. Nachdem 36 Teilnehmer in den vergangen Jahren jährlich in den Bayrischen Wald oder nach Bad Zwischenahn gefahren sind, musste der Mönchehof in diesem Jahr auf die Fahrt verzichten - mit allen Nebeneffekten. "Die Menschen haben Frust, warum es nicht mehr möglich sein soll." Philipps sieht darin eine Diskriminierung, zumal in den vergangenen Jahren auch viele andere Zuschüsse schon gestrichen worden seien.

Die Bundestagsabgeordnete versprach auch vor den Bewohnern, Gespräche mit dem Landessozialministerium und den SPD-Sozialpolitikern in Hannover zu führen. "Ich finde sehr gut nachvollziehbar, warum die mehrtägigen Fahrten ihren Sinn haben", sagte sie. Vielleicht ließen sich längere Fahren wenigstens alles zwei Jahre ermöglichen. Zumindest lud sie die Bewohner ein, sie bei einer Tagesfahrt in Berlin zu besuchen.

Von Sven Sokoll

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sl85usc0ug1kqfvnj00
Richtkranz hängt über Bau am Barnemarkt

Fotostrecke Wunstorf: Richtkranz hängt über Bau am Barnemarkt