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Im Haus war viel Leben

Wunstorf Im Haus war viel Leben

Der Leine-Zeitungs-Bericht über die Renovierung des Hauses an der Neustädter Straße 1 hat bei Brigitte Riehl Erinnerungen geweckt. Sie hat als Kind von 1944 bis 1951 in dem markanten Haus gewohnt.

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Als Kind hat Brigitte Riehl einige Jahre in dem Haus Neustädter Straße 1 gelebt.

Wunstorf. Brigitte Riehl erinnert sich, dass früher dort, wo jetzt der breite Gehweg ist, ein Garten mit viel Grün war. In dem flachen Anbau des Hauses waren Ställe.

„Das Erdgeschoss bewohnte meine Tante Berta Behnisch mit ihrer Familie, im obersten Stockwerk wohnte mein Onkel Otto Prigge mit Familie“, erinnert sie sich. Er betrieb eine Kürschnerwerkstatt im rechten Anbau, dort, wo die Waschmaschinen bis vor Kurzem gestapelt waren. Auch im Fußballverein machte er sich einen Namen: Es war ein Kommen und Gehen derer, die ihn in dieser Angelegenheit sprechen wollten.

„Meine Großeltern Berta und August Huelke und meine Familie bewohnten das mittlere Stockwerk. Schon meine Mutter wurde in diesem Haus geboren, ebenso meine Geschwister und ich“, erzählt Riehl. Ihr Großvater war eine bekannte Persönlichkeit. Er habe ein großes Organisationstalent besessen. So plante und organisierte er mit anderen Mitstreitern 1945 innerhalb kürzester Zeit die Unterbringung von etwa 1000 Flüchtlingen. Als Kulturbeauftragter des Bürgermeisters gründete er die Konzertgemeinde Wunstorf. „Oft waren Musiker des Opernhauses zu Gast in unserem Haus“, sagt Riehl.

Im linken Teil des Anbaues befanden sich früher Ställe mit Kleinvieh. Im Keller, der bei Hochwasser regelmäßig unter Wasser stand, war die große Waschküche, in der auch geschlachtet, Stips gekocht und Schnaps gebrannt wurde - Letzteres heimlich.

„Das Haus lebte“, so fasst die frühere Bewohnerin wohl treffend zusammen. Und: „Es war eine zauberhafte Idylle mit viel Grün drumherum.“ Vor dem Haus gab es einen schönen Eingang mit Terrasse und Fliederbäumen. „Wir konnten mit der Kleinbahn vom Kleinbahnhof schräg gegenüber nach Steinhude oder zum Bahnhof Wunstorf fahren. Der Bäcker gleich neben dem Friedhof stellte seine Backstube für Zucker- und Zwetschgenkuchen zur Verfügung. Wir Kinder durften dann mit die Bleche abholen“, so schildert Riehl.

Dass ein neuer Besitzer gefunden ist, findet Riehl interessant. Er habe sich mit der Renovierung einiges vorgenommen, denn das Haus ist sehr verwinkelt. In einem widerspricht sie dem Bericht der Leine-Zeitung. Die bisher letzte Renovierung war nicht 1945, sondern um 1967.

Nun hat auch der neue Besitzer mit einer Renovierung begonnen. Lobenswert: Er hat kubikmeterweise alte Waschmaschinen und andere Geräte entsorgt, die das Grundstück in den vergangenen Jahren verunstalteten.

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Von Redakteur Albert Tugendheim

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