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Satiriker spricht über Leben in Mittelbrink

Wunstorf Satiriker spricht über Leben in Mittelbrink

Vor seinen beiden Zeltmission-Abenden spricht Satiriker Dietmar Wischmeyer über das Leben in Mittelbrink. Wir verlosen eine neue CD mit seinen legendären Wunstorf-Schmähungen.

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Genießt die Welt von Mittelbrink aus: Dietmar Wischmeyer.

Quelle: Jan Peter Wiborg

Mittelbrink. Schaumburger ist der gebürtige Ostwestfale Dietmar Wischmeyer vor mehr als 25 Jahren auch deshalb geworden, weil ihn in seiner Anfangszeit in Hannover Motorradtouren stets an das Steinhuder Meer und in die Seeprovinz geführt haben. Die Ortskenntnis erleichterte schließlich die Wohnortwahl. Mit einigem Abstand, wie es sich für einen Satiriker gehört, genießt der heute 58-Jährige das private Leben seit einiger Zeit von Mittelbrink aus.

In Pollhagen, gleich rechts hinter der Kanalbrücke, verschwindet die Wohnstraße nach einem runden Kilometer als asphaltierter Wirtschaftsweg mitten im Schaumburger Wald. Wer ihm trotzdem folgt, dem erscheint irgendwann Mittelbrink. Graf Wilhelm ließ die Siedlung mit anfänglich zwölf Häusern 1768 für seine ehemaligen Soldaten in den Wald roden. Erst seine Nachfahren versahen diesen abgeschiedenen Ort vor rund 40 Jahren mit einer befahrbaren Straßenverbindung nach Pollhagen.

"Bomben über Wunstorf" auf CD erschienen

Pünktlich zur Zeltmission in Steinhude, am Freitag und Sonnabend, 21. und 22. August, ist Dietmar Wischmeyers Heimatchronik „Bomben über Wunstorf“ als vierteiliger Zyklus auf CD erschienen. Seinem legendären Stück über Wunstorf, das von nicht realisierten Umgehungsstraßen, Staus, Ampeln und Aggressionen handelt, hat Wischmeyer stets zum Abschluss seiner Zeltmission ein weiteres Stück über jeweils eine Gemeinde der Seeprovinz hinzugefügt. „Der Erfolg zeugt nicht zuletzt von der Fähigkeit zur Selbstironie bei allen Bewohnern Wunstorfs und deren Randgemeinden“, heißt es als Kompliment im Begleittext zur CD. Aus Dank und Respekt erscheine nunmehr in einer limitierten Sonderauflage die komplette Serie „Bomben über Wunstorf“. Diese sei erstmals zu erwerben im Festzelt an den Strandterrassen und im Frühstyxradio-Shop unter fsr-shop.de, Preis 9,99 Euro.

Die Leine-Zeitung verschenkt drei dieser CDs unter ihren Lesern. Die ersten Anrufer, die am Donnerstag, 20. august, zwischen 15 und 15.15 Uhr unter der Telefonnummer (05031) 779010 bei uns anrufen, bekommen sie. Für den zweiten Tag der Zeltmission auf der Badeinsel, den 22. August, im Festzelt an den Strandterrassen in Steinhude gibt es noch Restkarten in der Geschäftsstelle der Leine-Zeitung, Mittelstraße 5, und im Internet unter reservix.de. jpw/sok

In einem der 20 Häuser wohnt, lebt und arbeitet seit einiger Zeit der Autor und Satiriker Dietmar Wischmeyer. Von Wiedenbrügge ist er ein wenig weiter westlich weggezogen, in Richtung „Nordrhein-Vandalen“. Aus dieser Rand-idylle will er nun wohl nicht wieder weg, zumindest einen anderen Wohnort in Niedersachsen kann er sich nicht vorstellen. „Obwohl es nur zwölf Kilometer von Wiedenbrügge hierher sind, bin ich doch völlig anders orientiert.“

Statt seinen täglichen Bedarf am Steinhuder Meer zu decken, kauft er nun Schaumburg-urban in Stadthagen ein - und im Wohnort selbst: „Wir haben hier einen Lebensmittelladen mit Ei-Abo.“ Wer Wischmeyer Rasen mähen sieht, dem stellt sich die Frage, wie viel von ihm selbst in seinen Figuren Günther, der Treckerfahrer, Willi Deutschmann, dem Kleinen Tierfreund und anderen steckt. „In jeder ein bisschen“, sagt der 58-Jährige.

Der Comedian und Autor hatte Ende der Achtzigerjahre großen schöpferischen Anteil am Frühstyxradio im frisch gegründeten Privatfunk FFN. Heute längst Kult, damals willkommene Humor-Alternative zu Loriot und Otto. Dem Internet kann der überzeugte Rundfunkmacher Wischmeyer nicht viel abgewinnen. Radio sei so „unmittelbar und schnell“, Fernsehen hält er für „viel zu behäbig“. Trotzdem tritt er in der ZDF- „heute-show“ bei Oliver Welke, einem Mitstreiter aus Frühstyxradio- Zeiten, auf: „Aber nur, weil Konzept und Mannschaft stimmen.“

Wovon der vielfach preisgekrönte und ausgezeichnete Autor noch träumt? Zum Beispiel von einer komplett eigenen Radiosendung, in die ihm keiner hineinredet. Und „von einem Buch, in dem ein Gedanke auch mal mehr als zwei Seiten trägt“.

Von Jan Peter Wiborg

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