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Ampel oder große Koaltion sind denkbar

Wunstorf Ampel oder große Koaltion sind denkbar

Mit den Zahlen der Ratswahl in der Hand haben sich die Politiker am Montag erste Gedanken darüber gemacht, wie die Arbeit in den nächsten fünf Jahren organisiert werden soll. Fest steht immerhin: So wie bisher geht es nicht.

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Im Rathaus müssen sich nach der Wahl neue Mehrheiten finden.

Quelle: Tugendheim

Wunstorf. Während Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt sich mit wechselnden Mehrheiten im Rat durchaus anfreunden kann, war die Stimmung in den Parteien aber eher nicht danach. "Im Interesse der Stadt ist es mit einer festen Mehrheitsgruppe sicherlich einfacher", sagte der SPD-Vorsitzende Bernd Maschke. Auch sein CDU-Pendant Martin Pavel verspricht sich davon mehr Stabilität.

Rechnerisch ist möglich, die bisherige Gruppe aus SPD und Grünen um die FDP zu erweitern und so eine Ampelkoalition zu schmieden. Alternative wäre eine große Koalition - auch wenn das für Maschke nur zweite Wahl ist. Alle möglichen Beteiligten sind bereit, in offene Gespräche darüber einzusteigen. Einig ist man sich allerdings , dass die AfD in den Überlegungen über eine Zusammenarbeit keine Rolle spielen soll.

Die CDU wollte noch am Montagabend zu einer Sitzung der neuen Fraktionsmitglieder zusammenkommen, bei der der bisherige Vorsitzende Jörg Uebelmann sich einer Kampfabstimmung mit der Kontrahentin Christiane Schweer stellen musste. Die SPD tagt erst in der nächsten Woche, Maschke kündigte dafür an, dass der Ortsvereinsvorstand wohl wieder Kirsten Riedel für den Vorsitz vorschlagen wird. Auch die anderen Fraktionen werden sich in den nächsten Tagen formieren und sich für Verhandlungen bereit machen, um bis zum Beginn der Wahlperiode am 1. November ein tragfähiges Konzept zu finden.

Bei der Bewertung der Ergebnisse konnte jeder für sich etwas Positives verbuchen: Die Grünen als größter Verlierer hatten wegen des Fukushima-Effekts nach der Atomkatastrophe vor fünf Jahren damit gerechnet, Mandate abgeben zu müssen. Dass es zwei weniger geworden sind, damit kann Parteichef Wolf-Rüdiger Leitner leben. Und dass der bisherige Gruppenpartner SPD trotz eines schwierigen Umfelds und des Abschieds erfahrener Politiker wie Jürgen Engelmann und Erich Harms nur ein Mandat verloren hat und größte Fraktion geblieben ist, führt Maschke auch auf den engagierten Wahlkampf seiner Truppe zurück.

Martin Pavel war zufrieden, dass die CDU sich in Zeiten des "Merkel-Bashings" gut behaupten konnte: "Ich freue mich darüber." Im Rat zwei Mandate bei einem etwas höheren Ergebnis behauptet, dazu ein Regions- und zwei Ortsratsmandate: Damit sah sich auch die FDP nach dieser Kommunalwahl gestärkt.

Für die AfD lag das zweistellige Prozentergebnis über den Erwartungen des Vorsitzenden Bernd Wischhöver, der um die sieben Prozent geschätzt hatte. An den Ständen habe die Partei aber auch einen guten Zuspruch erlebt, sagte er. Dafür machen die vier AfD-Mandate die Gruppenbildung für die anderen jetzt komplizierter.

Die Stimmen-Primusse bei der Ratswahl mit vierstelligen Ergebnissen waren Axel Brockmann (CDU, 1804), Thomas Silbermann (SPD, 1655), Ulrich Troschke (SPD, 1279), Bernd Wischhöver (AfD, 1195), Christiane Schweer (CDU, 1121), Manfred Wenzel (CDU, 1036) und Kirsten Riedel (1000). Dass der frühere Regionspräsidenten-Kandidat Brockmann bei seinem ersten Antreten für den Rat so Stimmen gezogen hat, erfreute seinen Parteichef Pavel besonders.

In den Ortsteilen gab es größere Stimmenverluste der SPD in Bokeloh und Steinhude. Für Maschke ist das ein Zeichen dafür, dass die Schwierigkeiten mit dem Freibad Bokeloh und die Schließung des Steinhuder Schulzentrums vor allem der Mehrheitsgruppe zugerechnet worden sind.

Von Sven Sokoll

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