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Ausschuss fordert alten Bereitschaftsdienst

Wunstorf Ausschuss fordert alten Bereitschaftsdienst

Der Sozialausschuss befürchtet, dass die neuen Regeln für den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Wunstorf, Neustadt, Garbsen und Seelze erhebliche Einschränkungen für die Patienten mit sich bringen. Er hat die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) deshalb aufgerufen, die Reform zurückzunehmen.

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Der Sozialausschuss fordert, zur alten Regelung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes zurückzukehren.

Quelle: Benjamin Ulmer (Symbolbild)

Wunstorf. Seit dem 1. Juli sollen die Patienten mit Erkrankungen, für die kein Rettungsdienst notwendig ist, sich vorzugsweise an eine neue Bereitschaftspraxis am Neustädter Krankenhaus wenden. Dafür wurde die Fahrbereitschaft von bisher einem Arzt in jeder der vier Städte reduziert: Nun decken zwei Ärzte den gesamten Bereich ab, ab Mitternacht ist es sogar nur einer.

Nach Ansicht von Kirsten Riedel, die den Appell für die rot-grüne Mehrheitsgruppe beantragte, sind viele Menschen durch die Neureglung verunsichert worden. "Außerdem sind viele nicht mobil und können die Praxis schwer erreichen. Und diese Problem wird sich noch vergrößern", sagte sie. Christiane Schweer (CDU) sagte, die Neuregelung sei keine gute Idee gewesen - und der Erste Stadtrat Carsten Piellusch betonte: "Rechtlich hätte das alte Modell auch weiter bestehen bleiben können.

Nach Ansicht der Ärztevertretung funktioniert das neue Modell, es habe bisher auch keine Beschwerden von Patienten gegeben. "Geben Sie dem Konstrukt noch eine Chance, sich zu entwickeln", bat Nicole Löhr, stellvertretende Geschäftsführerin der KVN-Bezirksstelle Hannover. Der neu gebildete Bereich sei auch im Vergleich mit anderen, funktionierenden, nicht besonders groß.

Sie betonte, dass die Ärzte die Entwicklung selbst sehr genau beobachten und bereit sind, bei Bedarf auch nachzusteuern. Für Januar hat die Vereinigung auch schon eine Zwischenbilanz mit den vier Städten vereinbart.

Es habe sich allerdings gezeigt, dass gerade die Patienten aus Wunstorf und Garbsen sich umgewöhnen müssen, weil bisher Hausbesuche meist üblich waren - auch wenn sie gesetzlich nur dann vorgeschrieben sind, wenn den Kranken der Weg in eine Praxis nicht zuzumuten ist. "In der Bereitschaftspraxis in Verbindung mit dem Krankenhaus gibt es aber auch viel größere Möglichkeiten der Diagnose als ein Arzt in seinem Koffer dabei haben kann." Sie betonte, dass die Bürger nicht die Bereitschaftspraxis ihres eigenen Wohnbezirks aufsuchen müssen - so ist für einige Orte der Weg nach Gehrden näher.

Eine stärker besetzte Fahrbereitschaft sei auch statistisch nicht notwendig: "Wir haben in dem Bezirk nur 2,5 Fälle pro Nacht", sagte Löhr. Dafür vier Kollegen zu binden sei ein zu großer Aufwand. Und er konterkariert die Bemühungen der Vereinigung, die Ansiedlung neuer Ärzte zu unterstützen.

Von Sven Sokoll

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