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Ingenieure stellen Innovation in Berlin vor

Wunstorf Ingenieure stellen Innovation in Berlin vor

Bahnunternehmen könnten künftig viel besser wissen, welche Radsätze am dringendsten zu warten sind. Möglich macht es die dezentrale Erfassung und Bewertung von Messdaten, an der das Wunstorfer Unternehmen MFP - Messtechnik und Ferigungstechnologie derzeit mitforscht.

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Matthias (vorn) und Robert Patzke präsentieren eine Erfindung ihres Unternehmens MFP, einen neuartigen Spaltbreitenmesser.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. Das Unternehmen nahe der Corvinuskirche besteht seit 30 Jahren in Wunstorf und wird von den Brüdern Patzke geführt, die beide promovierte Ingenieure sind - Robert in der Elektrotechnik, Matthias als Maschinenbauer. Gleich nach der Universität gründeten sie das Unternehmen mit heute zehn Beschäftigten. Basis war damals ein Patent zur Längenmessung.

Weitere Innovationen folgten immer wieder, wenn auch der ganz große wirtschaftliche Durchbruch bis heute ausblieb, wie Robert Patzke einräumt: "Für uns war das Kaufmännische schon ein harter Lernprozess. Man glaubt immer: Die Ideen sind doch genial - das müsste die Welt doch eigentlich so erkennen." Er beobachtet bis heute in der Industrie aber ein recht starkes Beharren auf den bewährten Prozessen.

Der Ingenieur, der als Professor auch an der Hochschule Hannover lehrt, beschäftigte sich schon seit 2010 in mehreren geförderten Forschungsprojekten mit Versuchen, in Produktionsprozessen von zentraler Steuerung wegzukommen und die kleinen Entscheidungen sehr viel stärker selbstständig an vielen unterschiedlichen Orte fallen zu lassen. Partner sitzen dabei auch im Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz-Universität in Garbsen.

Die jüngste Entwicklung, die jetzt auch bei einer Messe in Berlin präsentiert werden wird, kann die Abläufe in Bahnbetrieben künftig deutlich effizienter gestalten. Bisher holen diese ihre Radsätze in bestimmten Intervallen auf den Hof und stellen dann erst fest, in welchem Zustand diese sich wirklich befinden. Mit laufenden Messungen an allen Rädern, etwa zu Erschütterungen, kann künftig aber berechnet werden, bei welchen von ihnen Schäden am wahrscheinlichsten sind. Die Üstra war schnell bereit, für Tests zur Verfügung zu stehen, doch bis die Innovation sich auf breiter Front durchsetzt, wird es wohl noch dauern. "Ohne die Fördermittel hätten wir die Entwicklung deshalb auch nicht tätigen können", betont Robert Patzke dann auch.

Derzeit ruhen wirtschaftlich bei MFP viele Hoffnungen auf einer vier Jahre alten Erfindung, mit der Spaltbreiten schneller und genauer als bisher gemessen werden können. Weit verbreitet ist immer noch die nur sehr grobe Annäherung mit gestapelten dünnen Blechen, die in den Spalt geschoben werden. MFP aber hat einen Sensor aus zwei gewölbten Blechen entwickelt, die sich beim Hineinschieben verformen. Dehnungsmessstreifen zwischen ihnen können dann genau erfassen, wie stark das der Fall ist. "Wir bekommen jetzt viele Anfragen danach und lernen jeden Tag weitere mögliche Anwendungsgebiete kennen", sagt Matthias Patzke.

200 Innovationen werden vorgestellt

300 kleine und mittlere Unternehmen und Forschungseinrichtungen werden beim Innovationstag Mittelstand des Bundeswirtschaftsministeriums am Donnerstag, 18. Mai, in Berlin ihre rund 200 Weltneuheiten präsentieren - darunter MFP mit dem Bahnprojekt. Alle sind mit Geld aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand entstanden, das in diesem Jahr ein Budget von einer guten halben Milliarde Euro umfasst. Nach Niedersachsen sind daraus seit Anfang 2015 etwa 66 Millionen Euro geflossen. Bei der Präsentation der Ergebnisse wird mit 1500 Besuchern gerechnet.

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