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Aus der Stadt Neues Ärztehaus in Hannover kostet 75 Millionen Euro
Hannover Aus der Stadt Neues Ärztehaus in Hannover kostet 75 Millionen Euro
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14:41 19.12.2018
Ambitioniertes Projekt: So soll das Ärztehaus von der Berliner Allee aussehen. Quelle: Ärztekammer
Hannover

Das neue Ärztehaus an der Berliner Alle in Hannover wird um die Hälfte teurer als bisher öffentlich bekannt. Statt 50 Millionen Euro soll der Neubau der niedersächsischen Ärztekammer nach aktuellem Stand 75 Millionen Euro kosten. Bei den zusätzlichen 25 Millionen Euro handelt es sich nach Angaben eines Sprechers der Ärztekammer um sogenannte Baunebenkosten für Gutachten und Projektsteuerung.

Ein Drittel höhere Beiträge

Die Ärzte in Niedersachsen, die per Gesetz Mitglied der Ärztekammer sind, müssen den Neubau der Repräsentanz über höhere Pflichtbeiträge mitfinanzieren. Sie steigen um fast ein Drittel an. Alle rund 40.000 Mediziner sollen daher Anfang kommenden Jahres Post von der Ärztekammer erhalten. Die Kammerversammlung habe sich gezwungen gesehen, „eine auf drei Jahre begrenzte Erhöhung der Kammerbeiträge zu beschließen“, heißt es in dem Schreiben. Ein nach Tarif bezahlter Facharzt mit einem Jahresbruttoeinkommen von 75.000 Euro müsse statt bisher 429 Euro Jahresbeitrag zukünftig 566 Euro bezahlen. 10,5 Millionen hat die Kammer für den Neubau beiseitegelegt, der Rest wird über Kredite und die Beiträge finanziert.

Im Zusammenhang mit der vermeintlichen Baukostensteigerung spricht der Bundesverband für freie Kammern von einer „Kostenexplosion“ und beklagt einen „Mangel an Transparenz“ bei der Ärztekammer. „In die Taschen der Kammermitglieder zu greifen, das geht ja immer.“ Tatsächlich hatte die Ärztekammer die Pflichtbeiträge in den vergangenen Jahren mehrfach gesenkt. Der Landesrechnungshof hatte die Standesvertretung der niedersächsischen Ärzte unter anderem für zu hohe Beiträge und zu üppige Rücklagen gerügt, die dann auch abgebaut wurden. Daher müsse man die Beiträge nun wieder anheben, sagte der Sprecher der Ärztekammer.

„Konstant im Kostenrahmen“

Von einer „Kostenexplosion“ auf der Baustelle will der Sprecher aber nichts wissen. „Seit Beginn der Planungen sind wir konstant im Kostenrahmen.“ Tatsächlich hatte Kammerpräsidentin Martina Wenker öffentlich bisher von 50 Millionen „reinen Baukosten“ gesprochen – in denen Gutachter und Projektsteuerung eben nicht enthalten sind. Der Neubau der Repräsentanz der niedersächsischen Ärzte in der Landeshauptstadt war nötig geworden, weil das alte Gebäude marode war. Grundwasser drang in den Keller ein, das Hochhaus aus den Sechzigerjahren war zudem mit Schadstoffen belastet. Es ist inzwischen abgerissen.

Von Karl Doeleke

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