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Aus der Stadt Schmiedestraße wird neu gestaltet
Hannover Aus der Stadt Schmiedestraße wird neu gestaltet
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00:15 29.07.2018
Die Schmiedestraße soll schöner werden. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Die Schmiedestraße, eine der Hauptverbindungen durch Hannovers Innenstadt, wird jetzt für Millionen Euro neu gestaltet. Die nötige Bausumme soll nach Informationen der HAZ im kommenden Doppelhaushalt 2019/2020 verankert werden. „Aktuelle Pläne für die Erneuerung und Umgestaltung der Schmiedestraße werden erarbeitet“, sagt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald. Die Umbaupläne beziehen sich auf den Abschnitt zwischen Heiligerstraße und Seilwinderstraße. Die Erneuerung der Schmiedestraße soll nach Abschluss der Bauarbeiten auf dem angrenzenden Marstall Ende 2019/Anfang 2020 beginnen. Auch der Marstall wird derzeit umgebaut und bekommt unter anderem einen neuen Brunnen.

Die Neugestaltung der Schmiedestraße ist ein lang gehegter Wunsch von City-Kaufleuten und Ratspolitik. Erste Impulse gab es vor mehreren Jahren beim Stadtentwicklungsdialog City 2020. Entscheidend aus Sicht der Geschäftsleute war, dass die Zufahrt zum Parkhaus in der Schmiedestraße erhalten bleibt. Dem wird die Stadt dem Vernehmen nach folgen.

Fahrbahn schmaler, Gehwege breiter

Einige Details der Pläne sind bereits durchgesickert. Nach Informationen der HAZ wird sich der Querschnitt der Straße verändern. Die Fahrbahn soll schmaler, die Gehwege breiter werden. Zudem will die Stadt Bäume entlang der Straße pflanzen. Bordsteine wird es nicht mehr geben, Gehweg und Fahrbahn befinden sich auf einer Ebene. „Die Straße wird einen fließenden Übergang zwischen Altstadt und Einkaufscity darstellen“, heißt es aus dem Rathaus. Möglicherweise beschränkt die Stadt die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30. Dann wird es aller Voraussicht nach keinen separaten Radweg geben.

Unklar ist bisher, wie die Straße gepflastert wird. Im Baudezernat bevorzugt man für den Citybereich rund um den Kröpcke helle Betonfliesen. Für die Altstadt, etwa rund um die Marktkirche, hat sich das rotbraune Backsteinpflaster etabliert. Die Schmiedestraße markiert die Grenze zwischen beiden Bereichen.

Köbelinger Markt muss noch warten

Mit dem Umbau der Schmiedestraße wird eine weitere Idee aus dem Stadtdialog City 2020 umgesetzt. Jetzt steht noch die Erneuerung des Köbelinger Marktes neben der Markthalle an. Erste Pläne für eine Wohnbebauung sind den Ratsgremien bereits vorgelegt worden, doch das Vorhaben dürfte sich eine Weile hinziehen. Zuvor muss das ehemalige Ordnungsamt in der Leinstraße abgerissen werden. Dort residiert derzeit die Ausländerbehörde. Die soll ins neue Verwaltungszentrum am Schützenplatz ziehen, das voraussichtlich Ende dieses Jahres fertig wird. Doch im Rathaus wird überlegt, ob das Amt in der Leinstraße ein paar Jahre stehen bleiben muss, etwa um Mitarbeiter des Bauamts unterzubringen. Die eingerüstet Bauverwaltung neben dem Neuen Rathaus soll bis 2023 komplett saniert werden.

 

Noch ein „Shared Space“ in Hannover?

Wenn in der Schmiedestraße zwischen Marstall und Marktkirche mit dem Umbau die Bordsteinstufen entfallen, Straße und Gehwege sich also auf dem gleichen Niveau befinden, setzt die Stadt ein Experiment fort, mit dem es bisher nur gute Erfahrungen gibt. Erstmals wurde es 2007 beim Umbau von Oster- und Karmarschstraße angewendet: Dort, wo sie am Platz der Weltausstellung aufeinandertreffen, ist eine Art „Shared Space“ entstanden, ein Verkehrsraum, in dem alle aufeinander Rücksicht nehmen müssen.

Das Prinzip stammt aus Holland, der Begriff aus England, ins Deutsche wird er meist mit „Gemeinschaftsstraße“ übersetzt. Der Verkehrsgerichtstag und viele Experten sind skeptisch, was die Anwendung vor allem in Innenstädten betrifft: Die Gleichmacherei verringere die Verkehrssicherheit, heißt es oft. Auch in der Ratspolitik war man zunächst skeptisch – doch inzwischen hat sich gezeigt, dass der Übergang kein Unfallschwerpunkt ist und das Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern funktioniert. Ähnliche „unregulierte Zonen“ sind in der Luisen- und Ständehausstraße eingerichtet, auch dort gibt es keine Probleme.

Von Andreas Schinkel

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