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Aus der Stadt Glühweinattacke: 96-Fan muss Schmerzensgeld zahlen
Hannover Aus der Stadt Glühweinattacke: 96-Fan muss Schmerzensgeld zahlen
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00:19 03.08.2018
96 feierte den 3:2-Sieg gegen Heidenheim - doch zwei Zuschauer hatten sich derweil auf ganz andere Weise duelliert. Quelle: Maike Lobback
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Hannover

Ein junger Wennigser, der einem Zuschauer bei der Zweitligapartie von Hannover 96 gegen den 1. FC Heidenheim im Dezember 2016 einen Becher Glühwein ins Gesicht geschüttet hatte, muss dem 53-Jährigen aus der List ein Schmerzensgeld in Höhe von 1700 Euro zahlen. Außerdem hat der damals 18-Jährige dem Kläger sämtliche nicht von Sozialversicherungsträgern übernommenen Folgekosten, die möglicherweise noch auf das am Auge verletzte Opfer zukommen, zu erstatten, wie Zivilrichterin Catharina Erps am Dienstag urteilte.

Der Streit in der HDI-Arena hatte sich in der Halbzeitpause an einem Getränkestand unter der Nordtribüne entzündet, weil sich der Jüngere an einer Schlange der vor dem Getränkestand wartenden Zuschauer vorbeigedrängelt hatte. Es gab verbale Anwürfe zwischen den zwei Männern, eine Schubserei und schließlich den Becherangriff. „Zur Überzeugung des Gerichts steht fest“, so urteilte Erps, dass der Jüngere dem Älteren den heißen Glühwein „bewusst und zielgerichtet“ ins Gesicht goss. Der 53-Jährige erlitt eine Hornhauterosion und musste mehrere Tage eine Augenbinde tragen. Bei einem Gerichtstermin Ende Juni hatte das Opfer erklärt, die Sehkraft des linken Auges sei immer noch eingeschränkt, und dies tue gelegentlich auch noch weh. Der frühere Dauerkartenbesitzer leidet unter Schlafstörungen, hat seit der Glühweinattacke kein Fußballspiel mehr besucht und mag nicht mehr auf Weihnachtsmärkte gehen.

Zusätzlich eine Geldauflage von 300 Euro

Ein Jugend-Strafverfahren gegen den Abiturienten, der derzeit bei der Bundeswehr dient, hatte das Amtsgericht Wennigsen eingestellt. Allerdings musste der junge Mann dem Fußballfan aus der List als Auflage 300 Euro zahlen, sodass sich die gesamte Schmerzensgeldsumme nun auf 2000 Euro beläuft.

Von Michael Zgoll

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