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Aus der Stadt Notorischer Einbrecher zu Haftstrafe verurteilt
Hannover Aus der Stadt Notorischer Einbrecher zu Haftstrafe verurteilt
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13:55 31.07.2018
Renaldo S. (l.) wird von Anwalt Timo Rahn verteidigt. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Renaldo S. scheint es sich auf seine Fahnen geschrieben zu haben, als Gast in Deutschland in möglichst kurzer Zeit in möglichst viele Wohnungen einzubrechen und dafür möglichst lange im Gefängnis zu sitzen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass der 24-jährige Albaner am Dienstag wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls erneut zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Amtsrichter Simon Schnelle brummte S. anderthalb Jahre ohne Bewährung auf, weil der junge Mann im Herbst 2016 in ein Einfamilienhaus in Groß-Buchholz eingestiegen war und dort Schmuck, elektronische Geräte und Kleidungsstücke im Wert von mindestens 3600 Euro eingesackt hatte; einbezogen wurde dabei eine Verurteilung wegen eines früheren Einbruchs in Gestorf. Zwei weitere Urteile wegen Wohnungseinbrüchen, wo die Bewährungen hinfällig geworden sind, werden dem 24-Jährigen wahrscheinlich noch einmal um die drei Jahre Haft bescheren, außerdem stehen in Hildesheim noch weitere Verfahren an. Nach Deutschland gekommen war S. laut eigenem Bekunden erst 2015.

Den entscheidenden Hinweis, dass S. im Oktober 2016 in das Wohnhaus nahe dem Groß-Buchholzer-Kirchweg eingedrungen war, hatte er – unabsichtlich – selbst gegeben. Nachdem er mit dem Versuch, die Terrassentür aufzuhebeln, gescheitert war, griff er zu einem Stein und warf ihn gegen die Glasscheibe. Diese zerbrach und es entstand ein etwa 80 mal 60 Zentimeter großes Loch. Doch beim Einsteigen in den Wohnbereich verletzte sich der Täter; die Polizei fand später eine Scherbe mit Blutspuren. Ein Sachverständiger erläuterte vor Gericht, dass die analysierte DNA in 16 von 16 derzeit maßgeblichen Merkmalssystemen mit dem genetischen Fingerabdruck von Renaldo S. übereinstimme. Es sei 200 Trilliarden Mal wahrscheinlicher, dass das Blut an der Scherbe von dem Albaner und nicht von einer anderen Person stamme, erläuterte der Molekulargenetiker. Oder anders ausgedrückt: Der DNA-Vergleich ergab einen Volltreffer.

Streit mit der Versicherung

Wie der 54-jährige Hausbesitzer vor Gericht erklärte, stahl der Einbrecher nicht nur zwei iPods, sondern auch etliche Schmuckstücke aus Familienbesitz mit hohem ideellen Wert. Zudem hätten seine beiden Kinder, zur Tatzeit 15 und 10 Jahre alt, in den Tagen und Wochen nach der Tat im Haus nicht mehr ruhig schlafen können. Langfristige psychische Probleme seien den Familienmitgliedern aber nicht entstanden. Allerdings streiten sich die Geschädigten immer noch mit der Versicherung um den Schadenersatz, da das Unternehmen bislang nur 3600 Euro angeboten hat – was die Verluste nach Auskunft des Hausbesitzers nicht ausgleicht.

Renaldo S. hatte wegen Wohnungseinbrüchen bereits Verurteilungen an den Amtsgerichten Elze, Springe und Hannover kassiert. Auch war er bereits einmal abgeschoben worden, allerdings nach Deutschland zurückgekehrt – was ihm eine weitere Freiheitsstrafe von drei Monaten einbrachte. Über seinen Verteidiger Timo Rahn räumte der 24-Jährige den Einbruch in Groß-Buchholz bereitwillig ein, entschuldigte sich auch mehrfach bei dem Familienvater. In der Urteilsbegründung wies Richter Schnelle darauf hin, dass ein Wohnungseinbruch für die Opfer wesentlich schmerzlicher ist als beispielsweise ein Taschendiebstahl auf der Straße: „Eine Wohnung oder ein Haus sind ganz persönliche Rückzugsorte, und viele Menschen verkraften es nicht, wenn Einbrecher in diese Intimsphäre eingedrungen sind.“

Von Michael Zgoll

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