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Aus der Stadt Medikamente zu teuer: Seniorin stirbt drei Wochen nach Unfall
Hannover Aus der Stadt Medikamente zu teuer: Seniorin stirbt drei Wochen nach Unfall
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00:21 16.03.2019
Das Verfahren im Amtsgericht ging für den Angeklagten glimpflich aus. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Eine Verkettung unglücklicher Umstände hat dazu geführt, dass eine 77-jährige Frau in Misburg-Süd gestorben ist. Die Fußgängerin war am 30. Oktober 2017 an der Ecke von Anderter Straße und Zu den Schwedenhäusern von einem VW Golf erfasst worden – und mehr als drei Wochen später an Herzversagen gestorben. Jetzt musste sich der 29 Jahre alte Fahrer des Golf am Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr verantworten. Doch Richterin Monika Pinski stellte das Verfahren wegen geringer Schuld gegen Zahlung von 4500 Euro ein, da der Autofahrer nur teilweise Schuld am Tod der alten Dame habe.

Der Unfall ereignete sich an einem Montagvormittag. Der 29-Jährige hatte die Fußgängerin schlicht übersehen, war nicht zu schnell gefahren. Die Seniorin, deren Verletzungen laut Aussagen der Rettungssanitäter nicht allzu gravierend aussahen, wurde mit dem Krankenwagen in die Medizinische Hochschule (MHH) gebracht, die sie zehn Tage später verließ – offenbar vollständig genesen. Am 23. November aber starb die Seniorin an Herzversagen. Wie sich später herausstellte, hatte sie keinen Krankenversicherungsschutz und konnte sich offenbar nicht das Blutverdünnungsmittel leisten, das sie nach dem Klinikaufenthalt einnehmen sollte.

Im Zuge der Ermittlungen wurde auch ein Verfahren gegen den Arzt eingeleitet, der die Rentnerin in der MHH behandelt hatte, doch auch dies wurde eingestellt. Die 4500 Euro, die der Golf-Fahrer nun zahlen muss, gehen zur Hälfte an die Tochter des Opfers und zur Hälfte an die Malteser. Die Richterin wählte diese Organisation aus, weil sie auch Menschen ohne Krankenversicherung hilft.

Von Michael Zgoll

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