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Aus der Stadt Das ist Hannovers bester Nachwuchsgastronom
Hannover Aus der Stadt Das ist Hannovers bester Nachwuchsgastronom
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00:18 20.11.2018
Philipp Mehmke gewann als Nachwuchskoch den 1. Preis. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Patryk Krzyzanoswski, der im Reustant El Chieleno lernt, (22) träumt von einer eigenen Bar, mit Holz eingerichtet und entspannter Musik, in der die Besucher „die Hektik der Stadt vergessen“ können. Johanna Planazs (22) vom Gasthaus Müller in Barsinghausen freut sich, wenn sie ihren Gästen etwas erklären kann, zum Beispiel zu dem Wein, den sie bestellen: „Wein ist ein großes Thema“, sagt sie. Til Eppler (18) hat schon als 15-, 16-Jähriger für seine Familie gern gekocht, jetzt macht er ebenfalls eine Ausbildung im Gasthaus Müller und findet das Beste an seinem Beruf, dass er überall auf der Welt arbeiten kann. Katharina Bakaschwili (23), Azubi im Kastens Hotel Luisenhof, ist das Koch-Gen quasi in die Wiege gelegt worden, ihre Mutter hatte ein georgisches Restaurant. „Kochen ist Kunst“, sagt sie. Oskar Specht (22) hat nach der Ausbildung zum Koch noch eine zum Restaurantfachmann in Tiemanns Restaurant im Deutschen Tennis Verein draufgesattelt. „Mein Herz schlägt für die Gastronomie“, sagt er. Sein oberstes Ziel: „Die Gäste sollen sich wohlfühlen.“

Brennen für das Gastgewerbe

Die 34 Nachwuchsgastronomen – Köche, Restaurant- und Hotelfachleute, aber auch Fachleute für die Systemgastronomie und Hotelkaufleute –, die am Sonnabend zum „Preis des Präsidenten der Region Hannover“ in der Berufsbildenden Schule 2 antreten, allesamt im dritten Lehrjahr, zeigen eines: Um ihre Zukunft muss sich die Branche, die für ihre durchaus harten Bedingungen bekannt ist, wohl keine Sorgen machen. Es gibt viele junge Erwachsene, die für das Gastgewerbe brennen. „Einfach ist langweilig, ich arbeite gern“, sagt Krzyzanoswski. Philipp Mehmke (20), der im Restaurant „Die Insel“ am Maschsee Koch lernt, findet, dass der Beruf ihm sehr viel zurückgibt. Er mag das Kreative, möchte gern später mal in vielen Ländern kochen.

Sieger fahren zur Landesmeisterschaft nach Oldenburg

Bei den Köchen wurde Philipp Mehmke (20) von Restaurant „Die Insel“ zum Erstplatzierten gewählt. Der zweite Preis ging an Yannic Diedloff (20) vom Maritim Airport Hotel, Dritter wurde Til Eppler (18), der eine Ausbildung im Gasthaus Müller in Barsinghausen macht. Zur besten Restaurantfachfrau wurde Marlies Dehmel (23) vom GOP gekürt, Zweitplatzierter ist Oskar Specht (22) vom Restaurant Tiemanns, Clubrestaurant des Deutschen Tennis Vereins am Theodor-Heuß-Platz. Den dritten Platz bekam Johanna Planazs (22) vom Gasthaus Müller. Bei den Hotelkaufleuten machte Natascha Müller (21) vom Freizeit In Hotel in Göttingen den 1. Platz, Zweite wurde Jessica Fritzsche (23) und Dritter Jonathan Heiden (22), beide vom vom Grand Hotel Mussmann in Hannover. Zur besten Hotelfachfrau wurde Nele Bröhenhorst (22) vom Maritim Airport Hotel gewählt, sie gewann auch den „Bierpokal“ der Privatbrauerei Herrenhaus für Arbeiten an der Bar. Zweite wurde Friederike Korte (22) vom Novotel Hannover, den dritten Rang erreichte Stefanie Kern (20) vom Kastens Hotel Luisenhof. Bei den Systemgastronomen ging der 1. Preis an Pia Natascha Brachter (26) von der Ikea-Niederlassung in Hannover, Zweite wurde Finja Bußmann (24) vom Block House und Dritter Lieven Manuel (28) von der Nordsee GmbH. Die Erstplatzierten treten bei den Landesmeisterschaften in Oldenburg im März 2019 an. dö

Schulleiter Ulf Jürgensen lobt das Engagement der Nachwuchskräfte. Thomas Domani vom Dehoga-Landesverband erinnert daran, dass er als junger Koch vor 38 Jahren auch in so einem Wettbewerb gezittert habe. Der „Preis des Präsidenten“ sei eine gute Werbung für den Beruf. Die jungen Köche und Serviceexperten brächten hohe Einsatzbereitschaft mit. Petra Rudszuck (SPD), die als stellvertretende Regionspräsidentin am späten Nachmittag die Preise überreicht, meint, sie hätte lieber schon zum Dreigang-Menü kommen sollen.

Tischdekoration zum Thema Gin

Marlies Dehmel hat durchs Jobben während des Wirtschaftswissenschaft-Studiums ihren Traumberuf gefunden. „Ich habe immer schon gekellnert“, erzählt die 23-Jährige, „dabei habe ich gemerkt, dass mir das viel mehr Spaß macht als das Studium, dass ich einen Beruf daraus machen wollte. Jetzt macht sie eine Ausbildung in der GOP Gastronomie. Sie träumt von einem eigenen Café: „Das wäre schon sehr schön.“ An Sonn- und Feiertagen oder bis zum frühen Morgen zu arbeiten stört sie nicht: „Meine Freunde studieren, die gehen auch nachts um 4 noch feiern.“

Kochen, dekorieren, servieren –in der BBS 2 kämpfen Nachwuchsgastonomen um den „Preis des Pärsidenten“.

Beim „Preis des Präsidenten“ müssen die angehenden Restaurantfachleute zeigen, dass sie das Flambieren beherrschen und einen Tisch zum Thema „Gin testen“ dekorieren. Marlies Dehmel hat sich für eine Blindverkostung entschieden und Aromen wie Zitrone und Wacholder als Beiwerk genommen. Oskar Specht findet, wenn die Gins exquisit seien, müsse auch der Tisch edel aussehen: „Aufgeräumt, nicht überladen.“ Tobias Kiel, Azubi im Restaurant Basil, hat eine Art eigene Gin-Destillerie auf seinem Tisch aufgebaut. „So kann jeder den Gin nach seinem Geschmack genießen.“

Mit diesem Menü überzeugte Koch Philipp beim Wettbewerb. Quelle: Döner

Die Hotelkaufleute müssen Marketingkonzepte präsentieren, die Systemgastronomen in Systemgastonomie-Konzept, und dabei geht es längst nicht mehr nur um Fastfood, sondern auch um Bistro- und Erlebnis-Essen.

Ausbildung als Sprungbrett

Friederike Korte (22) arbeitet in der Gastronomie, seitdem sie 16 ist. Nun lässt sie sich im Novotel Hannover zur Hochtelfachfrau ausbilden. Der Gästekontakt, täglich neue Menschen kennenzulernen und im Team zu arbeiten, sind für sie die Hauptpluspunkte. Für manche ist die Ausbildung auch der Sprung hin zu weiteren Zielen. Bakaschwili möchte nach der Lehre zur Köchin auch noch ein PR-Studium absolvieren und dann beides kombinieren. Sarah Prausner macht im Maritim Airport eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, später möchte sie gern als Flugbegleiterin arbeiten.

Menü mit Makrele

Die Nachwuchsköche müssen aus Makrele, Schweinefilet, Apfel, Birne und Quark ein raffiniertes Menü zaubern. Til Eppler hat beispielsweise einen Wirsingmantel um das zarte Fleisch gelegt, Philipp Mehmke hat Entenleber integriert. Ein Rezept habe er nicht, sagt er: „Ich koche aus dem Gefühl heraus.“

Deutschlands bester Jungkoch

Degoha-Vorstandsmitglied spricht von einem Aufstieg aus der Kreisklasse in die Champions League: Aljoscha Knoblich (20) aus Lüneburg ist Deutschlands bester Jungkoch. Er hat die 39. Deutschen Jugendmeisterschaften gewonnen, die 48 Jungköche in Berlin ausgetragen haben. Überzeugt habe er mit Galantine von der Wachtel, das als sehr schwer zuzubereiten gilt. Gelernt hat Aljoscha im Restaurant „Zum alten Brauhaus“, wo er sich als 16-Jähriger nach der Realschule bewarb. Er habe schon als Schüler mit seiner Uroma gekocht, erzählt er beim Testessen in der BBS 2 in Hannover. Nach dem Sieg habe er eine Einladung der Jugendnationalmannschaft der Köche bekommen, sagt er. Das Essen seiner jungen Kollegen in Hannover hat ihm geschmeckt. dö

Von Saskia Döhner

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