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Aus der Stadt Bahlsen-Stiftung setzt mehr auf Naturheilkunde
Hannover Aus der Stadt Bahlsen-Stiftung setzt mehr auf Naturheilkunde
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07:00 08.01.2019
Neue Ideen: Jürgen Seja und Sabine Schopp vom Vorstand der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung. Quelle: Conrad von Meding
Hannover

Seit einem Jahr ist der neue Vorstand der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung im Amt, die mit einem Eigenkapital von 100 Millionen Euro zu Hannovers großen Privatstiftungen gehört. Die bisherigen Projekte sollen zwar fortgesetzt werden, sagt Vorstandschef Jürgen Seja. „Aber wir haben auch neue Ideen gesucht, mit denen wir frische Schwerpunkte setzen können.“ Und die gibt es jetzt: Wissenschaftliche Projekte zur Naturheilkunde und der Pflege sollen verstärkt gefördert werden. Das dürfte ganz im Sinne der Stifter sein.

Naturheilkunde an der MHH in Hannover

Keksfabrikant Klaus Bahlsen und seine Frau Rut hatten ihr Vermögen Ernährungsprojekten, Erziehungs- und Pflegefragen und auch dem Naturbezug vermacht. 35 Jahre lang hat Stiftungsmanager Burkhard Huch das Kapital fast verdoppelt. Unter anderem werden dadurch Kinderkulturprogramme in Problemstadtteilen und Musikprogramme in Kindergärten finanziert, Hannover hat eine von der Stiftung gebaute Bahlsen-Kita, ein Studenten- und ein Pflegeheim. Seit Jahren schon unterstützt die Stiftung Naturheilkunde, „weil die von der Pharmaindustrie kaum gefördert wird“, sagt Seja. In Essen wird mit einem Millionenbetrag die wissenschaftliche Erforschung finanziert, in Hannover ist 2018 eine onkologische Sprechstunde an der MHH mit Schwerpunkt Naturheilkunde gestartet. „In diesem Bereich wollen wir künftig noch mehr anbieten, sehr gerne in Hannover“, sagt Sabine Schopp, geschäftsführendes Mitglied im Vorstand.

Pflege 4.0 im Klaus-Bahlsen-Heim

Nicht geklappt hat das Vorhaben, das Klaus-Bahlsen-Pflegeheim in Bothfeld um ein Geschoss aufzustocken, um mehr Plätze anzubieten. Erst sollte es 3 Millionen Euro kosten, wovon die Stiftung eine Million geben wollte. Jetzt hätten sich die von der Stadt ermittelten Baukosten fast verdoppelt, sodass man Abstand nehme, bedauert Seja. Stattdessen starte man das Projekt Pflege 4.0: Zunächst zwei Zimmer werden testweise mit Hightech ausgestattet. Dort sollen sich Betten automatisch melden, wenn jemand zu lange nicht gewendet wurde, Lichtschranken sollen Stürze registrieren, Hautpflaster vor dem Dehydrieren von Patienten Alarm schlagen. Bis zu 150 000 Euro will die Stiftung für den Versuch geben. „Wir wollen neue Techniken ausprobieren, die die Pflege verbessern könnten“, sagt Seja. Ganz wie der 1991 gestorbene Stifter, der auch stets für Neues aufgeschlossen war.

Von Conrad von Meding

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