Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Nach Esprit schließt nun auch Benetton in Hannover
Hannover Aus der Stadt Nach Esprit schließt nun auch Benetton in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 06.02.2019
Steht vor der Schließung: Benetton-Megastore in Hannover. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Wenige Tage nach dem Ende des Esprit-Hauptgeschäfts in der Georgstraße wird bekannt, dass jetzt auch Benetton seinen „Megastore“ in der Innenstadt schließt. Einst war es das größte Benetton-Geschäft Deutschlands auf fünf Etagen, das italienische Unternehmen hatte sich vor der Expo viel von Hannover versprochen. Inzwischen kämpfen die etablierten Modemarken mit immer größeren Problemen. Der Online-Konkurrenz haben Sie offenbar nicht im jeden fall etwas entgegenzusetzen. 24 Mitarbeiter sollen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi von der Benetton-Schließung betroffen sein. 

Hannover ist Top-Standort

Ist der Trend zu stoppen? Im Deutschlandvergleich gehört Hannovers Handel zu den Top-Ten-Standorten. Der Immobilienentwickler Jones Lang Lasall bescheinigte der Stadt erst kürzlich wieder, mit Düsseldorf, München und Köln zu den vier Großstädten mit den besten Veränderungen in der Handelsstruktur zu zählen – gemessen an der Zahl neu abgeschlossener Mietverträge. Unter anderem konnte Hannover 2018 die prestigeträchtige Ansiedlung des Edel-Anbieters Manufactum (Otto-Gruppe) verzeichnen, auch der Einrichter Hema zog in die Stadt.

Weiterlesen: Diese Traditionsgeschäfte in Hannover gibt es nicht mehr

Andererseits hat jetzt die Pariser Luxusmarke Hermès das Ende ihres Standorts in der Luisenstraße verkündet, die regionale Modedesignerin Mirela Stanoiu musste Donna-Geschäft ebenso verkleinern wie Weitz sein traditionsreiches Haushaltsgeschäft. Der Goldschmied Stichnoth hat sein großes Geschäft an der Georgstraße aufgegeben, und New Yorker an der Bahnhofstraße ist schon fast ein Jahr geschlossen. Auch in der Ernst-August-Galerie gibt es viel Leerstand – gut getarnt; dort will Betreiber ECE nach eigenen Angaben zehn Jahren Millionen in neue Konzepte investieren.

Cityhandel und Stadt wollen in zwei Wochen das Ergebnis einer großen Studie des Instituts zur Vitalität des hannoverschen City-Handels präsentieren. Schon jetzt ist bekannt, dass Passanten den deutschen Innenstädten dabei nur mäßig gute Noten gegeben haben. Zudem hat eine HAZ-Auswertung der Fußgängerfrequenzen ergeben, dass sich die Zahl der Innenstadtbesucher an Wochentagen innerhalb von zehn Jahren von knapp 22.000 auf etwa 13.000 reduziert hat.

City-Gemeinschaft will mehr Events in Hannover

Der Händlerzusammenschluss City-Gemeinschaft versucht, die Innenstadt attraktiver zu machen – und kritisiert, dass es bei der Organisation der verkaufsoffene Sonntage keine Fortschritte gibt. Das Land hatte eine Novellierung des Gesetzes versprochen, die aber lässt auf sich warten. Händler sprechen von großen Verlusten.

Gegenüber der HAZ sagt Jones-Lang-Lasall-Experte Dirk Wichner, dass vor allem die Modebranche hart von der Online-Konkurrenz getroffen werde – auch deshalb, weil sie sich nicht schnell genug auf den Wandel eingestellt habe. Hannover sei trotzdem ein starkes Handelszentrum, wegen seines großen Einzugsgebiets und der starken Kaufkraft gebe es weiterhin viel Nachfrage von Unternehmen, die sich ansiedeln wollen.

11,5 Prozent Geschäfte inhabergeführt

11,5 Prozent der Geschäfte in der Innenstadt werden noch von den Inhabern selbst betrieben – die anderen 88,5 Prozent sind Filialisten oder Franchise-Shops. Das klingt nach einem kleinen Anteil, ist aber im Vergleich zu allen anderen Großstädten ein sehr guter Wert.

In der Bahnhofstraße und der Großen Packhofstraße beträgt der Filialisierungsgrad 100 Prozent. Vor allem in Oster- und Karmarschstraße sowie in der Georgstraße bieten viele Familienunternehmen seit Generationen Qualität, etwa I.G. von der Linde, Mäntelhaus Kaiser, Parfümerie Liebe, Horstmann + Sander, Weitz und andere.

Von Conrad von Meding

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Diesen Sonntag endete der Winterzoo mit einer Eislaufshow der ESC Wedemark Scorpions. In dieser Saison kamen 180.000 Gäste zum Rodeln und Eislaufen.

06.02.2019

Die Narren des Karnevalsvereins Eugenesen trennen sich von ausrangierten Verkleidungen. Dabei freuen sich Flohmarktbesucher über Schnäppchen – zwischen einem und 25 Euro kostete ein Kostüm.

03.02.2019

Trend zu Urlaub, Fahrrad und Bauen sind gefragt. Auf der Freizeitmesse ABF informieren sich dieses Jahr rund 94.000 Besucher, 2.000 mehr als im Vorjahr.

03.02.2019