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Aus der Stadt Stadt will Dachgärten mit Stegen verbinden
Hannover Aus der Stadt Stadt will Dachgärten mit Stegen verbinden
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00:19 15.11.2018
Öffentlich zugängliche Flachdächer in der City sollen sich wie dieser private Dachgarten in der Südstadt in grüne Oasen verwandeln. Quelle: Wolters
Hannover

Es klingt noch nach Zukunftsmusik: Wucherndes Grün auf zahlreichen Flachdächern könnte zu einer Attraktion in der City werden. Fußgänger sollen über schmale Brücken und Stege von Dachgarten zu Dachgarten wandeln, um so die grünen Oasen zu genießen. Im Umweltausschuss löste der Vorschlag, den das Ampelbündnis eingebracht hat, Montag geradezu Begeisterung aus. „Die Idee ist genial. Damit könnte eine neue Art von Lebensqualität entstehen“, urteilt Adam Wolf (Piraten).

Im Antrag ist die Rede von großen Flachdachflächen in der Innenstadt, die zu „echten“ Gärten entwickelt werden. Ein paar Pflanzkübel als Alibi-Begrünung reichen den Politikern also nicht aus. Wege über die Dächer könnten die Gärten mit bereits bestehender Gastronomie auf den Parkhäusern verbinden. Als Beispiel für Städte mit solchen „Roofwalks“ werden New York und San Francisco genannt. Doch in Kombination mit Dachgärten scheint das Konzept neu zu sein.

„Das Projekt ist nach unserer Meinung ein guter Beitrag zur Bewerbung Hannovers als Kulturhauptstadt“, erklärt Philipp Kreisz (SPD). Der zurückliegende extreme Sommer habe gezeigt, dass es mehr Anstrengungen für den Klimaschutz bedarf, sagt Renee Steinhoff (Grüne). Das Ampelbündnis verankert deshalb im Haushalt 2019/2010 auch zusätzlich Geld für neue Straßenbäume, Rad- und Fußwege in Grünzügen und die Förderung energieeffizienten Bauens. Die Dachgärten sollen dabei helfen, angesichts des Klimawandels ein Aufheizen der stark verdichteten Innenstadt im Sommer abzumildern.

Die Verwaltung ist nun beauftragt, die Machbarkeit zu prüfen. Denn es hängt viel davon ab, ob sich private Eigentümer für die Idee gewinnen lassen. Auch die Statik der Dächer muss geprüft werden, sollten Brücken sie verbinden.

Bepflanzte Betonpfeiler: Ein zweiter Vorschlag von SPD, Grünen und FDP zielt ebenfalls darauf ab, die Folgen extremer Temperaturen im Jahresverlauf abzufedern. Die Verwaltung soll Vorschläge erarbeiten, ob sich Betonpfeiler an Hochstraßen und Überführungen begrünen lassen. „Wir wünschen uns, wenn möglich, winterharte Pflanzen, die nicht selbst ranken“, erläutert Kreisz. Denn ein unkontrolliertes Wachstum sei an Brückenpfeilern nicht erwünscht. Gleichzeitig dürfen die Pflanzen auch nicht dazu beitragen, den Beton zu schädigen.

Beispielhaft genannt werden als Träger dieser „vertikalen Gärten“ Raschplatz-Hochstraße, Bremer Damm, Messeschnellweg und Friedrich-Ebert-Straße. Die Idee kommt auch bei der Opposition gut an. „Es muss alles ausgeschöpft werden, um Fahrverbote zu vermeiden, auch solche kreativen Lösungen“, betont Maximilian Oppelt (CDU).

Von Bärbel Hilbig

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