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Aus der Stadt Blutspenden werden knapp
Hannover Aus der Stadt Blutspenden werden knapp
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00:21 01.07.2018
Die Blutkonserven im zentralen Lager des DRK werden knapp. Quelle: DRK
Hannover

Vor einem Engpass bei der Versorgung mit Spenderblut warnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Schon jetzt seien die Lagerbestände der Blutkonserven stark reduziert, teilt der zentrale DRK-Blutspendedienst mit. „Wir sind an der Unterkante angelangt“, sagt Sprecher Markus Baulke. „Bei einigen Blutgruppen ist der Vorrat auf zwei Tage geschrumpft – eine gute Quote wären fünf Tage.“ Um dem Mangel entgegenzuwirken, hat das DRK zusätzliche Spendetermine eingerichtet und ruft alle potenziellen Blutspender eindringlich dazu auf, diese wahrzunehmen. Zudem wird es vom 3. bis zum 5. Juli drei große Spendeaktionen von 10 bis 20 Uhr vor dem Hauptbahnhof Hannover geben.

Den Grund für die Flaute ist laut DRK vor allem das warme Sommerwetter, das in diesem Jahr schon sehr früh hohe Temperaturen mit sich brachte – und die Spendebereitschaft sinken ließ. Nachwirkungen zeigt auch noch die Grippewelle, die sich bis ins Frühjahr zog. „Sie hat die Konservenbestände bereits deutlich schrumpfen lassen“, sagt Baulke. Mitte Juni sei im zentralen DRK-Blutspendelager in Springe der Tiefpunkt mit rund 10 600 Konserven erreicht gewesen – der notwendige Mindestbestand liegt bei 12 000. Zwischenzeitlich sei es zwar gelungen, dieses Defizit wieder zu verringern. Doch weil mit Beginn der Ferien erfahrungsgemäß ohnehin weniger Blut gespendet werde, müssten die Vorräte schnellstmöglich weiter aufgestockt werden. „Sonst droht ein Versorgungsengpass.“

Viele Kliniken klagen über nicht geliefert Blutkonserven

Der DRK-Blutspendedienst versorgt rund 3o0 Krankenhäuser in Niedersachsen und drei weiteren Bundesländern mit Blutkonserven, darunter auch alle Krankenhäuser des Klinikums Region Hannover (KRH) und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Mehrere der im Verbund belieferten Kliniken beklagten, dass sie zurzeit nicht die bestellte Zahl von Blutkonserven bekämen, sagt Baulke.

Auch das KRH verzeichnet aktuell leicht sinkende Bestände seiner Vorräte an Blutkonserven. Sollte es Lieferengpässe beim DRK geben, bestehe aber die Möglichkeit, auf andere Anbieter auszuweichen, sagt KRH-Sprecher Bernhard Koch. Daher werde die Patientenversorgung aller Voraussicht nach von einem Rückgang der Spendebereitschaft „nicht wesentlich“ betroffen sein. Die MHH, die zusätzlich zu den DRK-Lieferungen über eine eigene Blutbank verfügt, verzeichnet saisonbedingt ebenfalls rückläufige Spenderzahlen. „Die Situation ist angespannt“, sagt Sprecher Stefan Zorn. Gleichwohl gebe es noch keine Folgen auf die Krankenversorgung.

Laut DRK liegt der durchschnittliche Bedarf in Niedersachsen und Bremen bei rund 2300 Blutspenden täglich. Bei Operationen, aber auch bei chronisch kranken Patienten können diese Leben retten. Auch an warmen Tagen sei das Blutspenden problemlos möglich, wenn ausreichend getrunken wird, betont das DRK. Mehr Informationen und weitere Spendetermine gibt es unter www.blutspende-nstob.de oder über die Hotline (0800) 1 19 49 11.

Blutspenden – Fragen und Antworten

Wer darf Blut spenden?

Wer Blut spenden möchte, muss vor allem eine wichtige Voraussetzung mitbringen: 50 Kilogramm Körpergewicht. Außerdem müssen Blutspender mindestens 18 Jahre alt sein und dürfen derzeit keine Infektionskrankheiten wie etwa eine Erkältung haben.

Nicht gespendet werden darf während der Schwangerschaft und bis sechs Wochen nach der Entbindung, nach manchen Impfungen, operativen Eingriffen, Auslandsaufenthalten in Ländern mit erhöhten Infektionsrisiken, während der Einnahme von Medikamenten und kurz nach einer einfachen Erkältung.

Wo kann man spenden?

Das Deutsche Rote Kreuz bietet regelmäßig Termine, auch in vielen großen Krankenhäusern und in allen Unikliniken sind Blutspenden möglich. Hier finden Sie eine Übersicht der Dienste in Niedersachsen.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wo das DRK in Ihrer Nähe Blutspende-Termine anbietet.

Wie oft darf man spenden?

Während der Spende wird ein halber Liter Blut entnommen. Frauen dürfen vier Mal im Jahr Blut spenden, Männer sechs Mal. Zwischen den Spenden müssen aber jeweils mindestens 56 Tage liegen. Blutplasma darf man öfter spenden.

Was passiert vor und nach der Spende?

Vor der Spende wird die Gesundheit gecheckt. Dafür sollten Spender etwas Zeit einplanen. Die Spende an sich dauert rund fünf bis zehn Minuten. Es ist ratsam, insgesamt mindestens 45 Minuten Zeit einzuplanen. Nach der Spende wird man kostenlos verpflegt und sollte noch circa 20 Minuten sitzen bleiben und etwas essen.

Das entnommene Blut wird nach der Spende getestet. Stellt sich dabei heraus, dass es Unregelmäßigkeiten gibt, wird der Spender umgehend informiert. Etwa vier Wochen nach der ersten Spende erhält der Spender zudem einen Blutspendeausweis, auf dem auch die Blutgruppe hinterlegt ist. Den Ausweis sollte Sie stets bei sich haben. Wenn man selber mal eine Transfusion benötigt, spart das Zeit.

"Null Rhesus negativ" besonders begehrt

Nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung haben die "Null Rhesus negativ". Das besondere an dem Blut: Es wird von allen Menschen vertragen. Daher ist es auch im Notfall zur Transfusion geeignet, wenn die Zeit nicht ausreicht, die Blutgruppe des Empfängers zu testen.

Schadet Blutspenden dem Körper?

Nein. Die gespendete Blutmenge ist im Verhältnis zur Gesamtblutmenge des Körpers so gering, dass der Verlust vom Organismus schnell wieder ausgeglichen wird.

Bekommt man für die Spende Geld?

Beim gemeinnützigen Deutschen Roten Kreuz sind Blutspenden unentgeltlich. Private Blutbanken und Kliniken zahlen Spendern in der Regel eine Aufwandsentschädigung zwischen 18 und 25 Euro. Speisen und Getränke werden immer zur Verfügung gestellt.

Von Juliane Kaune

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