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Aus der Stadt Pfleger protestieren am Kröpcke
Hannover Aus der Stadt Pfleger protestieren am Kröpcke
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18:17 26.07.2018
Mit den Nerven am Ende: Pflegekräfte vom Klinikum Region Hannover demonstrieren auf dem Kröpcke. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Es sind nicht viele Pflegekräfte, die in der Mittagshitze am Kröpcke stehen und demonstrieren – gleichzeitig zeigen sie damit aber genau, wo das Problem liegt. Es gibt nicht mehr viele Pflegekräfte. „Ich bin völlig am Ende, aber arbeiten geht“ oder „Personalmangel ist tödlicher als Rauchen“, steht auf den Schildern, die die etwa 20 Pfleger und Gewerkschafter hochhalten. Es soll ein stummer Protest sein. „Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat verkündet, dass eine Einigung mit den Krankenkassen über Pflegepersonaluntergrenzen nicht tragen zu wollen“, erklärt Verdi-Sekretärin Christine Meier.

Das bedeute, dass die Träger weiter dort sparen könnten, wo sie wollten – und das sei oft beim Personal. „In letzter Instanz sei das Bundesgesundheitsministerium am Zug. „Wir haben Angst, dass Gesundheitsminister Jens Spahn nun maximal eine Mogelpackung auf den Weg bringt. Dann braucht er bei der Pflege nicht mehr um Vertrauen werben –dann hat er nichts verstanden“, sagt Meier. Sollten tatsächlich Untergrenzen eingeführt werden, käme das laut Verdi einer „politischen Bankrotterklärung“ gleich. In den Krankenhäusern fehlten laut Verdi-Berechnungen etwa 80.000 Stellen für Pflegekräfte.

„Ich bin seit 30 Jahren Pflegekraft und liebe meinen Job – aber nicht so“, sagt Petra Bischof. Ein Pfleger müsste sich um zwölf Patienten kümmern. „Das sind Patienten, die nicht essen oder ihre Ausscheidungen kontrollieren können. Wir können oft nur dafür sorgen, dass der Patient in einer Schicht nicht stirbt – das ist ein ganz großes Verbrechen“, sagt die 52-Jährige. Auch ihre jungen Kollegen demonstrieren am Kröpcke für eine Lösung. „Wir können ja nicht einfach aufhören zu arbeiten, um druck auszuüben. Wir produzieren ja keine Autos. Bei uns würden Menschen sterben“, sagt Joshua Kensy. Der 21-Jährige ist in seinem zweiten Lehrjahr. „Es ist mein Traumberuf, aber ich habe keine Zeit, das anzuwenden, was ich gelernt habe, weil die Zeit fehlt“. Hauptsache sei, dass es schnell gehe. „Wenn wir nicht mal 60 Sekunden übrig haben, um das Handdesinfektionsmittel wirken zu lassen, dann muss man sich über steigende Infektionen nicht wundern. Wir tragen die Keime von einem, zum anderen Patienten“, sagt Pflegerin Bischof wütend. Dass dringend etwas passieren muss, ist für die Pfleger klar: „Wenn jetzt nichts geändert wird, ist die Pflege am Ende“, sagt Auszubildende Sarah Westendarp.

Von Tomma Petersen

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