Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Fast 300 Menschen demonstrieren in Linden für den Erhalt des Godehardistifts
Hannover Aus der Stadt Fast 300 Menschen demonstrieren in Linden für den Erhalt des Godehardistifts
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:14 07.03.2019
Mit Ballons und Plakaten zog der Protestmarsch für den Erhalt des Godehardistifts am Mittwoch durch Linden. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Fast 300 Menschen haben am Mittwoch lautstark gegen die geplante Schließung des Seniorenheims Godehardistift in Linden zum Jahresende demonstriert. Mit Rollstühlen, Rollatoren und Fahrrädern zogen Heimbewohner, Mitarbeiter und Unterstützer vom Stift in der Posthornstraße bis zum Lindener Marktplatz. Sie trugen Warnwesten und Plakate mit Slogans wie „Linden, lass deine Alten nicht allein“. Unterstützung erhielten sie von Schülern und Ausbildern der mebino Berufsfachschule Altenpflege und Kindern, Eltern und Mitarbeitern der Kindertagesstätte Junges Gemüse. Die Kita hat ihre Räumlichkeiten im Seniorenheim und wäre durch eine Kündigung des Mietvertrages in ihrer Existenz bedroht. „Es stehen nicht nur Betreuungs-, sondern auch Arbeitsplätze auf dem Spiel“, sagte Henrike Brodersen, Vorstandsmitglied des Kita-Trägervereins. „Wir haben ein gutes Konzept entwickelt, Räume gestaltet und ein Team zusammengestellt“, sagte die pädagogische Leitung Stephanie Beinke. Der Verein sucht nun zeitnah geeignete Räume mit einem Außengelände. „Wir wollen unser Angebot nicht verschlechtern“, sagte Beinke.

Mit Plakate und Ballons protestieren am Mittwoch Bewohner und Mitarbeiter in Linden

Heimbewohner wollen in Linden bleiben

Das evangelische Johannesstift mit Sitz in Berlin begründet die Schließung des Seniorenheims mit dem maroden Zustand des Gebäudes. Eine Sanierung sei nicht mehr möglich. Den Bewohnern soll bei der Suche nach neuen Pflegeplätzen geholfen werden. Den 80 Mitarbeitern will das Johannesstift eine Weiterbeschäftigung in anderen Einrichtungen anbieten. Bewohner und Mitarbeiter fühlen sich verunsichert. „Ich arbeite seit zehn Jahren in der Einrichtung und kämpfe für meinen Arbeitsplatz“, sagte Manuela Thomas. „Menschen lassen sich nicht versetzen, wie Topfpflanzen“, sagte ein anderer Mitarbeiterg. „Als Pflegeschüler wissen wir, wie schwer es für Heimbewohner ist, die vertraute Umgebung zu verlassen“, sagte Friedrich Leonard.

Johannesstift-Geschäftsführer sucht Ersatzgrundstück

Mit Verständnis auf die Sorgen reagierte Wolfram Rohleder, hannoverscher Geschäftsführer des Johannesstifts, der auch zur Demonstration gekommen war. „Ich bin hier, weil ich im Gespräch bleiben will“, sagte Rohleder. Er möchte schnell ein Ersatzgrundstück für einen Neubau finden und setzt auf Hilfe der Politik. „Dann könnten wir auch den Schließungsbeschluss für die Bauphase aussetzen - nur ist Linden sehr dicht bebaut.“ Noch in diesem Monat soll es ein Treffen mit Vertretern des Sozialdezernats geben. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf“, sagte Rohleder.

Von Jan Sedelies

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

30 Prozent der Mitarbeiterschaft im Männerknast an der Schulenburger Landstraße ist weiblich. Allein ihre Anwesenheit entschärfe so manche Situation, sagen die Frauen – doch sie müssen auch ein dickes Fell haben.

10.03.2019

Die Stadt verweist auf die Freibäder, aber für viele Schwimmer ist das keine Alternative, erst recht nicht im kühleren Mai und Juni. Und die DLRG sagt: „In Hannover gibt es nicht fünf Monate Sommer.“

10.03.2019

Im elften Jahr seines Bestehens hat sich das Sozialkaufhaus Fairkauf in der Limburgstraße eine Frischekur verpasst. Es reagiert damit auf veränderte Kundenwünsche und schafft weitere Arbeitsplätze.

07.03.2019