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Aus der Stadt Hannover soll eine neue Ampelschaltung bekommen
Hannover Aus der Stadt Hannover soll eine neue Ampelschaltung bekommen
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00:21 22.12.2018
Mit Millioneninvestitionen in Verkehrscomputer will die Stadt lange Staus verhindern. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Ampelschaltungen, die auf aktuelle Verkehrslagen reagieren, Staus, die erkannt werden, bevor sie entstehen – was nach Zukunftsmusik klingt, soll auf Hannovers Straßen demnächst Wirklichkeit werden. Die Stadtverwaltung will Ampeltechnik und Verkehrscomputer in den kommenden Jahren für rund vier Millionen Euro ausbauen, die Hälfte der Summe stammt aus Bundesmitteln. Der Bauausschuss hat den Investitionen in die digitale Verkehrsführung am Mittwoch mit großer Mehrheit zugestimmt. „Wir stehen vor einer Zeitenwende“, sagte Grünen-Ratsherr Daniel Gardemin. Auch die anderen Parteien sprachen von einem Schritt in die richtige Richtung. Bis Ende 2020 soll alles installiert sein.

Bereits vor zwei Jahren hatte die Stadt einen leistungsfähigen Rechner angeschafft, doch es war schwierig, alle Ampeln so umzurüsten, dass sie ans neue System angeschlossen werden können. „Letztlich müssen alle Ampeln mit dem Rechner kommunizieren“, sagt Tiefbauamtschef Andreas Bode in der Sitzung. Um den Ausbau voranzutreiben, helfen die Fördermillionen aus der Bundeskasse.

Ampeln werden mit Kameras und Sensoren ausgestattet, sodass sie Informationen über Verkehrsströme in Echtzeit liefern können. „Dabei werden nur Fahrzeuge erfasst, nicht Fahrer“, sagt Bode. Aufgrund der Daten über die Verkehrsdichte erstellt der Rechner Prognosen, ob in den kommenden Minuten Staus zu erwarten sind. Darauf aufbauend entwickelt der Computer Strategien, wie der Verkehr besser fließen kann, indem etwa Grünphasen für bestimmte Straßen kurzzeitig verlängert werden.

Zudem will die Stadt eine Ampel-Assistenz-App erstellen, die ein Fahren auf grüner Welle ermöglicht. Dabei teilt ein Computerprogramm dem Fahrer mit, wie schnell er unterwegs sein sollte, um eine Grünphase zu erreichen. Ein weiterer Baustein ist ein Navigationsprogramm, das die Parkplatzsuche steuert. „Durch all diese Maßnahmen werden wir Staus nicht komplett beseitigen können, aber die Stauzeit reduzieren“, sagt Bode.

In der Ratspolitik wird die Digital-Offensive einhellig begrüßt. Den Grünen ist wichtig, dass sich die Maßnahmen nicht nur auf den Autoverkehr beziehen, sondern auch Radlern eine schnelle Durchfahrt sichern. Die CDU wundert sich, warum die Anlagen zunächst nur an wenigen Orten getestet werden, etwa auf der Göttinger Chaussee, in der nördlichen City und im Bereich von Schützenplatz und HDI-Arena. Tiefbauamtschef Bode meint: „Wenn das System gut läuft, werden wir es auf weitere Bereiche ausdehnen, etwa auf die Marienstraße und die Hans-Böckler-Allee.“

Von Andreas Schinkel

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