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Aus der Stadt Erste Bilanz zum Einbruchsradar der Polizei
Hannover Aus der Stadt Erste Bilanz zum Einbruchsradar der Polizei
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00:19 01.08.2018
Seit einem halben Jahr veröffentlicht die Polizei im Internet die Zahl der Einbrüche in der Stadt und Region Hannover. Quelle: dpa
Hannover

Das Innenministerium will die Vorhersage-Software „Premap“ landesweit bei der Polizei einführen, um Einbruchsbanden effektiver das Handwerk legen zu können. Als weiteren Schritt, um die Taten zu senken, veröffentlicht die Polizeidirektion Hannover seit vier Monaten jeden Montag die aktuellen Einbruchszahlen in der Stadt und Region im Internet. Mit dem sogenannten Einbruchsradar will die Behörde „der Verunsicherung in der Bevölkerung entgegenwirken“, sagte Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe im März bei der Präsentation. Im Sinne der Prävention sollen die Bürger so sehen können, welche Gebiete besonders gefährdet sind.

Was zeigt das Einbruchsradar?

Das Einbruchsradar ist untergliedert in die 13 Stadtbezirke Hannovers, im Umland die Daten aus den jeweiligen Kommunen. Eine Schwachstelle: Die Karte zeigt nur die absoluten Zahlen. Sie ist weder in Stadtteile gegliedert noch setzt sie die Werte in Relation zur Bevölkerungsstruktur. Gleichzeitig weist die Polizei darauf hin, dass es sich bei den Daten um die sogenannten Eingangszahlen handelt. Heißt: Aufgelistet sind alle angezeigten Einbrüche, nicht aber zu Ende ermittelten Taten. Deshalb sinken die Werte in der Karte gelegentlich, wenn sich ein angezeigter Einbruch als etwas anderes herausstellt.

Welcher Stadtbezirk ist am unsichersten?

Die häufigsten gemeldeten Einbrüche gab es mit Stand 23. Juli im Bezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode. Dort registrierte die Polizei seit Jahresbeginn 72 Einbrüche, davon 36 Versuche. Auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist das Einbruchsrisiko dort mit 23 Taten pro 10.000 Einwohner am größten. Nach absoluten Zahlen lebt es sich dagegen derzeit im Bezirk Nord am sichersten, dort wurden nur 26 Einbrüche und Versuche gemeldet. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl wird mit sechs Taten je 10.000 Personen im Bezirk Linden-Limmer am wenigsten eingebrochen. Der Bezirk mit dem größten Anstieg seit Mitte März ist Vahrenwald-List. Dort wuchs die Zahl seit der ersten Veröffentlichung von 15 auf inzwischen 57 Taten (+42). Im Umland wird am häufisten in Langenhagen (59) und Garbsen (49) eingebrochen, am seltensten in Pattensen (3).

Wo wurde 2017 am häufigsten eingebrochen?

Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist Bothfeld-Vahrenheide 2017 als unsichersten Bezirk aus, wenn es um Einbrüche geht. Damals schlugen Diebe dort 199 Mal zu. Dicht dahinter folgen im Osten Buchholz-Kleefeld (180) und Misburg-Anderten (153). Am sichersten war es erneut im Bezirk Nord mit lediglich 75 Taten. Die Polizei verzeichnete 2017 in ihrem Zuständigkeitsbereich 2919 Einbrüche, davon 1561 in Hannover – die Aufklärungsquote betrug bloß 18 Prozent. Die Kriminalstatistik und das Einbruchsradar sind jedoch nur bedingt vergleichbar, da die Jahresstatistik die Zahl der ausermittelten Taten wiedergibt, die an die Staatsanwaltschaft übergeben wurden.

Plant die Polizei weitere Onlinestatistiken?

Derzeit ist nicht geplant, das Projekt auszuweiten. Allerdings registriert die Polizei steigende Zugriffszahlen. Die Werte liegen demnach im fünfstelligen Bereich. „Das zeigt, dass sich viele Bewohner für die regionale Verteilung interessieren“, sagt Behördensprecher Philipp Hasse. Der Erfolg des Einbruchsradars lasse sich abschließend aber erst am Ende des Jahres benennen. Möglicherweise werden dann weitere Polizeiradare folgen.

Was machen andere Städte?

Die Idee eines Einbruchsradars ist nicht neu. Nordrhein-Westfalen und Bremen bieten seit etwa zwei Jahren ähnliche Statistiken im Internet an. In der Hansestadt gibt es beispielsweise eine interaktive Karte, die in farblichen Abstufungen die besonders gefährdeten Gebiete zeigt – je dunkler desto häufiger wird eingebrochen. Bielefeld dagegen setzt auf eine wöchentlich neu erstellte Grafik: Die Ermittler präsentieren dort bloß jeweils die aktuellen Einbruchszahlen, aber keine absoluten Werte seit Jahresbeginn. Diese müssen sich Nutzer selbst zusammenrechnen.

Das Einbruchsradar

Auf HAZ.de veröffentlichen wir jeden Montagnachmittag die aktuellen Zahlen der Polizei in unserem Einbruchsradar – zu finden unter haz.li/einbruch. Im Vergleich zur Grafik der Ermittler zeigt die Karte nicht nur die absoluten Zahlen, sondern setzt sie auch ins Verhältnis zu den Einwohnern im Stadtteil. Anhand der Farbe ist somit schnell abzulesen, wo das Einbruchsrisiko zurzeit am höchsten ist – erkennbar an den immer dunkler werdenden Blautönen.

Die Polizeidirektion veröffentlicht seit dem 19. März jeden Montag um 15 Uhr die aktualisierten Zahlen in ihrem Einbruchsradar für die Landeshauptstadt und Region Hannover. Die Daten sind abrufbar unter pd-h.polizei-nds.de/kriminalitaet. Die Werte in den Klammern zeigen die Einbruchsversuche.

Von Peer Hellerling

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