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Aus der Stadt Fachkräfte geben 16 Prozent des Bruttogehalts für Miete aus
Hannover Aus der Stadt Fachkräfte geben 16 Prozent des Bruttogehalts für Miete aus
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00:15 29.07.2018
Häuserzeile in der Alten Döhrener Straße in der Südstadt von Hannover. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Statistiker bereiten die Welt in immer neuen Facetten auf. Jetzt hat das Immobilienportal Immowelt zusammen mit dem Jobportal Stepstone eine Analyse erarbeiten lassen, wie viel Geld eine Fach- oder Führungskraft derzeit ausgeben muss, wenn sie aktuell eine Mietwohnung sucht. Demnach bleibt in Dortmund (12 Prozent) trotz relativ niedriger Gehälter bundesweit am meisten in der Tasche, in München (27 Prozent) trotz Top-Verdiensten am wenigsten. Hannover schneidet gut ab: Der Statistik zufolge kostet eine durchschnittliche Wohnung 750 Euro Kaltmiete im Monat, bei einem durchschnittlichen Fach- und Führungskräfteverdienst von 54 800 Euro im Jahr müssen 16 Prozent gezahlt werden.

Die Rechnung ist kurios, denn weil Ausgaben für die private Mietwohnung nicht von der Steuer absetzbar sind, werden sie in der Praxis nicht vom Brutto gerechnet, sondern vom Nettogehalt. Die Steuerabzüge aber dürften sich erheblich unterscheiden, ob Fachkräfte nun durchschnittlich 66 800 Euro (München) beziehungsweise 65 100 Euro (Stuttgart) verdienen oder nur 42 500 Euro (Leipzig) oder 43 000 Euro (Dresden).

Hannover steht noch recht günstig da: Die Tabelle zeigt, wie sich die mittlere Miete (links) und das durchschnittliche Führungskräfteeinkommen (mittlere Spalte) zueinander verhalten: Der Prozentwert (rechts) gibt an, wie viel vom Jahresbrutto für Miete investiert werden muss. Quelle: Immowelt

Es bleibt das wohlige Gefühl, dass Hannover am preiswerten Ende des Großstädte-Rankings steht. Mit 16 Prozent liegt die Leinestadt gleichauf mit Bremen und Düsseldorf (wobei dort Mieten und Einkommen höher sind) und spürbar unter den 18-Prozent-Städten wie Köln, Leipzig oder Nürnberg.

16 Prozent vom Brutto, das dürfte je nach Familienstand, Steuersatz und -abschreibemodellen rund 25 bis 30 Prozent vom Netto bedeuten. Wer aktuell eine Wohnung sucht, wird oft eines besseren belehrt. Je geringer das Einkommen, desto höher ist der Satz.

Immowelt betont aber, dass die Daten relativ verlässlich seien. Bei den Mietangeboten lägen 15 100 auf Immowelt inserierte Angebote aus dem ersten Halbjahr 2018 zugrunde, wobei man nur die gewertet habe, die vermehrt nachgefragt wurden. Aus den Daten sei der Median-Mittelwert gebildet worden. Beim Verdienst habe Stepstone 200 000 Datensätze beigesteuert, die aus Gehaltsprognosen der genannten Städte aus den Jahren 2017 und 2018 bestehe.

Von Conrad von Meding

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