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Aus der Stadt Kultusminister Tonne wirbt um Geduld
Hannover Aus der Stadt Kultusminister Tonne wirbt um Geduld
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00:17 16.09.2018
A 13 für alle kostet das Land 200 Millionen Euro jährlich: Kultusminister Grant Hendrik Tonne Quelle: Döhner
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Hannover

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat im Vorfeld der Lehrerdemonstration, zu der am heutigen Donnerstagnachmittag Tausende Teilnehmer erwartet werden, Verständnis für die Forderungen der Bildungsverbände geäußert. Die Pädagogen zu entlasten und die Besoldung zu erhöhen, seien auch erklärte Ziele der Landesregierung, sagte der Minister vor Journalisten im Landtag in Hannover. Sie seien auch im Koalitionsvertrag von SPD und CDU festgehalten worden. Dadurch dass die Schülerschaft deutlich heterogener geworden sei, seien auch die Anforderungen für die Pädagogen deutlich gestiegen. Die Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen sei nachzuvollziehen, aber es genüge nicht, einfach die Unterrichtsverpflichtung für Lehrer zu senken.

Auch das Gehalt von allen Grund-, Haupt- und Realschullehrern einfach auf A 13 anzuheben, wie es die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, sei nur über einen Stufenplan und nicht in einem Schritt umzusetzen. Die Anhebung würde das Land im Jahr 200 Millionen Euro kosten, nicht eingerechnet einer weiteren Anhebung für Gymnasiallehrer, die jetzt der Philologenverband ins Spiel gebracht hat. Er forderte für Lehrer an Gymnasien generell A 14.

Auch Gymnasiallehrer wollen mehr Geld

Im Zuge der aktuellen Haushaltsberatungen, die sich bis Mitte Dezember hinziehen können, will Kultusminister Tonne juristisch prüfen lassen, ob durch die Anhebung für Grund-, Haupt- und Realschullehrer auch das im Beamtenrecht vorgesehene Abstandsgebot zu den Gymnasiallehrern nicht verletzt wird. Die GEW argumentiert, dass durch inzwischen gleichlange Ausbildung von Grundschul- und Gymnasiallehrern eine unterschiedliche Bezahlung nicht mehr zu rechtfertigen sei.

Die Lehrergewerkschaft fordert außerdem die „Zwangsteilzeit“ für Sozialpädagogen und Therapeuten an den Schulen aufzuheben und die Mitarbeiter Vollzeit zu beschäftigen. Tonne sagte am Donnerstag, das sei bereits im Haushalt vorgesehen: „Alle 80-Prozent-Kräfte können auf 100 Prozent aufstocken, wenn sie wollen.“ Er warb bei den Lehrern um Verständnis und Geduld: Bessere Arbeitsbedingungen ließen sich am besten gemeinsam und im Konsens umsetzen.

Ab 15 Uhr treffen sich heute Lehrer aus dem ganzen Land am Schützenplatz und am Hauptbahnhof, um dann gemeinsam auf zwei Routen zum Landtag zu ziehen. Von 16 Uhr an gibt es dort eine Kundgebung, Hauptrednerin ist GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth.

Von Saskia Döhner

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