Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Gendergerechte Sprache entzweit die Ratspolitik
Hannover Aus der Stadt Gendergerechte Sprache entzweit die Ratspolitik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:41 28.02.2019
Im Rat gehen die Meinungen über eine gendergerechte Verwaltungssprache auseinander . Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Redepult statt Rednerpult, Studierende statt Studenten und ein Sternchen bei Anreden (Kolleg*innen) – Hannovers Stadtverwaltung will künftig eine Sprache pflegen, die alle Geschlechte gleichermaßen ansprechen soll. Für die Initiative hat die Stadt bundesweit viel Lob bekommen, aber auch Kritik einstecken müssen. Am Donnerstag ist das Thema auch im Rat angekommen. Die „Hannoveraner“ hatten eine Aktuelle Stunde beantragt, in der alle Parteien ihre Meinungen kundtun durften. SPD, Grüne, Linke/Piraten und Die Fraktion begrüßten den Vorstoß der Stadt, skeptisch bis ablehnend blieben CDU, AfD, FDP und „Hannoveraner“.

SPD: Gendersprache ist Corporate Identity der Stadt

SPD-Ratsfrau Maxi Ines Carl kann nicht verstehen, warum um die gendergerechte Sprache so viel Wind gemacht wird. „Das ist eine Art Corporate Identity der Stadt, nicht mehr und nicht weniger“, meint Carl. Im Übrigen bestimme Sprache das Bewusstsein, und wenn man Gleichberechtigung wolle, müsse auch die Sprache angepasst werden. Das sehen die Grünen ähnlich. „Unser Gehirn funktioniert nun einmal nicht so, dass Frauen und andere Personen mitgedacht werden, wenn sie mitgemeint sind“, sagt Grünen-Ratsfrau Renee Steinhoff. Die Gruppe Linke/Piraten ist der Überzeugung, dass die Stadt einen Schritt in die richtige Richtung gegangen ist.

CDU: Gegen Grundsatz verständlicher Sprache

Die CDU warnt davor, dass Politik Sprache diktiert. Vielmehr müsse sich die Sprache von unten nach oben verändern, sagt CDU-Ratsfrau Georgia Jeschke. Sie frage sich, ob eine gendergerechte Sprache mit ihren teils komplizierten Partizipialkonstruktionen nicht gegen den Verwaltungsgrundsatz einer einfachen, verständlichen Sprache verstoße. Die AfD hält den Vorstoß der Stadt für eine „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme im Gleichstellungsbüro“.

Die FDP, Mitglied im Mehrheitsbündnis von SPD und Grünen, gibt sich skeptisch. „Die Schriftsprache sollte sich nicht zu weit vom gesprochenen Wort entfernen“, sagt FDP-Ratsherr Patrick Döring und schließt sich der Einschätzung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) an. Die „Hannoveraner“ warnen davor, dass Sprache politisch instrumentalisiert wird.

Von Andreas Schinkel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Kinder- und Jugendhospiz Moki erhält eine Spende von 5.000 Euro. Volkswagen Automobile Hannover hat das Geld bei Kundenaktion eingenommen.

28.02.2019

Ein 31-jähriger Autofahrer hat in Hannover-Linden unter Drogeneinfluss und ohne Fahrerlaubnis gleich mehrere parkende Fahrzeuge und ein Werbeschild gerammt.

28.02.2019

Die Bandbreite der vorgelesenen Bücher ist groß. In der Buchhandlung Decius ist am Donnerstag der Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs ausgetragen worden. Am Ende siegten zwei Mädchen.

03.03.2019