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Aus der Stadt Ist Ostern das zweite Weihnachten?
Hannover Aus der Stadt Ist Ostern das zweite Weihnachten?
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06:01 16.04.2019
Der Hase von Lindt sitzt traditionell in vielen Osternestern. Kinder bekommen oft aber auch Spielzeug geschenkt. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Es wird Kindern einfach mehr geschenkt – in dieser Einschätzung sind sich die Besitzer von Spielwarengeschäften in der Südstadt und in der List einig. Es gebe eben Ereignisse in Familien, die auch besonders gefeiert werden, sagt Rudolf Schwenger vom „Fridolin’s“ an der Lister Meile. Das seien neben Weihnachten und Geburtstag die Einschulung und Ostern. Verschenkt würden zu Eiern und Schokoladenhasen gern auch kleinere Spielzeuge im Wert zwischen fünf und 20 Euro wie Diabolos oder Kendamas, ein japanisches Geschicklichkeitsspiel, sagt Schwenger. Hauptsache, dass sich die Geschenke gut verstecken ließen. Denn das Verstecken, Suchen und Finden scheint Ostern nach wie vor das Wichtigste zu sein.

Eierkerzen, Hasenbecher oderI Anhänger für den Osterstrauß –in der Osterabteilung von Karstadt gibt es viele Deko-Artikel.

Markus Tute vom „Südstädter Spielwaren Paradies“ an der Geibelstraße in der Südtstadt empfiehlt gern Kreisel als Ostergeschenk. Mit Weihnachten sei das Geschäft nicht vergleichbar, sagt er, es werde kurzfristiger – nicht Wochen, sondern nur Tage vorher – gekauft, Wunschzettel seien auch nicht abzuarbeiten. Ostern sei auch eine gute Chance für den Einzelhandel, während viele größere Weihnachtsgeschenke auch im Internet bestellt würden. In der Südstadt würden Eltern und Großeltern für Ostergeschenke jeweils im Schnitt zwischen zehn und 20 Euro ausgeben, in ihrem Geschäft in Bemerode seien es schon bis zu 50 Euro, sagt Martina Tute.

Osterwunsch: I-Phone

Manchmal sind die Kinderwünsche auch viel größer. Eine Seniorin, die bei Karstadt in der Osterabteilung stöbert, erzählt von ihrem Enkel, der sich ein I-Phone wünscht. Sie findet das übertrieben. Er werde es von seinen Eltern aber bestimmt geschenkt bekommen, ist sie überzeugt. Es klingt aber nicht so, als ob sie das gutheißt.

Ein Vater sagt, es sei nicht verwunderlich, dass die Kinder größere Wünsche hätten, wenn sie sähen, mit welchem Aufwand die Erwachsenen das Fest vorbereiteten. In den Läden sei überall Osterzubehör ausgestellt, in den Läden gebe es spezielle Osterangebote, in der Werbung sei Ostern ein großes Thema, in Kindergarten und Schule bastelten die Kinder Osterschmuck. Es werde das Haus oder die Wohnung geschmückt, man lade Verwandte ein, esse gemeinsam oder gehe essen. Andere Familien machten Reisen, schließlich seien ja auch Osterferien. Da sei es klar, dass für Kinder Ostern als große Angelegenheit gelte.

Das Thema Ostern wird immer unwichtiger

Auch Ute von der Tann von „Earnie & Bertha“ am Bertha-von-Suttner-Platz in der Südstadt hat den Trend zum vermehrten Verschenken beobachtet. „Ostern ist ein Familienfest, Oma und Opa bringen da auch für die Enkel etwas mit. Markus Tute vom „Südstädter Spielwaren Paradies“ ist aufgefallen, dass die Geschenke eigentlich immer weniger mit dem Anlass zu tun haben. Da wird nicht das Bilderbuch mit der Ostergeschichte oder ein Kuschelhase verschenkt, sondern ein Puzzle oder etwas von Playmobil.

Für ältere Kinder ist weniger mehr. Die vierfache Mutter Susanne (56) verschenkt ihren inzwischen erwachsenen Kindern nur noch Süßigkeiten. „Früher gab es Bücher oder CDs“, sagt ihr Sohn Michael (32). Jetzt reiche ihm Schokolade.

Von Saskia Döhner

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