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Aus der Stadt Gewerbeflächen werden knapp
Hannover Aus der Stadt Gewerbeflächen werden knapp
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16:29 11.07.2018
450.000 Quadratmeter Gewerbebrache sind ungenutzt: Das ehemalige Raffineriegelände der Deurag-Nerag in Misburg (Bildmitte) könnte für Gewerbeansiedlungen genutzt werden – wenn der Boden saniert wird. Quelle: Google-Maps
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Hannover

Die Flächenreserven für Firmen, die sich neu ansiedeln oder erweitern wollen, werden knapp in der Region. Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz spricht von einem „drohenden Engpass“: In 13 der 21 Regionskommunen reichten die kurzfristig verfügbaren Flächen nicht einmal mehr für fünf Jahre, bei Logistikansiedlungen sogar nicht mal mehr für ein Jahr. Die Region legt jetzt einen Investitionsfonds auf, damit Kommunen auf Reserve Flächen kaufen und bereithalten können.

Zwar sind insgesamt 789 Hektar Land regionsweit als Gewerbeflächen vorgesehen – aber davon sind laut dem aktuell vorgelegten Gewerbeflächenmonitoring der Region nur 54 Hektar 540 000 Quadratmeter) kurzfristig verfügbar für Ansiedlungen. Bei den anderen müssen Bebauungspläne aufwendig erarbeitet, Erschließungen gesichert oder die Flächen überhaupt erst angekauft werden – oft ein jahrelanger Prozess. Der absehbare Mangel betreffe nicht nur Industrie- und Produktionsstandorte, die oft hohe Anforderungen an Lärmschutz und Verkehrsanbindungen haben, sondern auch Flächen etwa für die Dienstleistungsbranche, heißt es in dem Bericht.

Insbesondere in den autobahnnahen Städten Barsinghausen, Laatzen, Langenhagen Lehrte und Wunstorf seien Schwerpunkte für große Produktions- und Logistikansiedlungen nötig. Mit den Regionskommunen sei vereinbart, dass sie künftig für den Bedarf von fünf Jahren Flächen vorhalten, sagt Dezernent Franz. Wenn es Probleme mit dem Ankauf von Flächen gebe, könnten über den Investitionsfonds Förderdarlehn vergeben werden, sagt der Chef-Wirtschaftsförderer der Region, Alexander Skubowius.

Der Bericht listet für die Stadt Hannover etwa das 450 000 Quadratmeter große Deurag-Nerag-Gelände (Misburg-Nord) als mögliche Entwicklungsfläche auf, das alte Raffineriegelände gilt aber als schwer belastet. In Hainholz gebe es auf drei Grundstücken noch 27 000 Quadratmeter Entwicklungsfläche, auf den aufgegebenen Chatham-Barracks an der Kugelfangtrift (Vahrenheide) 46 000 Quadratmeter, in Misburg-Süd an der Anderter Straße ein 47 000 Quadratmeter großes Altgelände einer Chemiefabrik, in Wülfel auf der Westseite der Erythropelstraße 15 000 Quadratmeter sowie zusammen 37 000 Quadratmeter in Bothfeld auf dem Gelände der Freiherr-von-Fritsch-Kaserne, in Ahlem an der Wunstorfer Straße sowie auf dem alten Hauptgüterbahnhofsgelände in der Nordstadt. Im Umland sind die größten Entwicklungsflächen dem Bericht zufolge das alte Riedel-Kaliwerk in Uetze-Hänigsen (150 000 Quadratmeter), das ehemalige Rigips-Werk in Neustadt-Poggenhagen (85 000 Quadratmeter) sowie das aufgegebene Nistac-Werk in Wunstorf-Bokeloh (84 000 Quadratmeter). Viele von ihnen allerdings weisen Altlasten auf, was die Nachnutzung teuer macht.

Von Conrad von Meding

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