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Aus der Stadt „iPads gehören zur Kindheit und auch in die Grundschulen“
Hannover Aus der Stadt „iPads gehören zur Kindheit und auch in die Grundschulen“
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00:18 16.09.2018
Neue Möglichkeiten mit den neuen Medien: Jens Schunke-Galley spricht bei Tagung in der Grundschule Wettbergen. Quelle: Foto: Heidrich
Hannover

„Smartphone und Tablets gehören heute zum Alltag unserer Kinder und deshalb auch in die Klassenzimmer, Schulen können die Umwelt nicht ausblenden.“ Jens Schunke-Galley, Lehrer an der Gesamtschule Gummersbach und Mitglied des Medienkompentenzteams Nordrhein-Westfalen, macht aus seiner Überzeugung keinen Hehl. Bei einer Tagung zur Digitalisierung im Klassenzimmer wirbt er ausdrücklich dafür, neue Medien schon in Grundschulen einzusetzen. Vor zehn Jahren wäre es vielleicht möglich gewesen, digitale Geräte aus der Schule herauszuhalten, heute gehe das nicht mehr, sagt er.

Lernen im Gleichschritt zwingt Kindern in ein Korsett

Herkömmliche Didaktik zwinge Kinder, im Gleichschritt zu lernen. Spätestens ab Klasse 5 breche man die Schüler, lasse sie ihnen nicht mehr ihre natürliche Neugier, sondern zwinge sie in ein Korsett, kritisiert Schunke-Galley. Die neuen Medien eröffneten neue Möglichkeiten. Seitdem er im Unterricht das Tablet einsetze, könne er den Lernstoff viel differenzierter vermitteln. Vorher habe er zwei, drei unterschiedliche Arbeitsblätter gehabt, nun könne er auf jedes Kind viel individueller eingehen. Auf einen USB-Stick passe genauso viel Datenvolumen wie ein menschliches Hirn in einem gesamten Leben aufnehmen könne.

„Handys im Unterricht an und in der Pause aus“

Schunke-Galley hält es für falsch, wenn Schulen digitale Medien im Unterricht verbieten, in der Pause aber erlaubten. Es solle umgekehrt sein: „Auf dem Schulhof sollen Kinder miteinander reden, spielen,toben und nicht aufs Handy gucken.“ Ansonsten kämen Erwachsene dabei heraus, die beim Restaurantbesuch nicht mit ihrem Gegenüber redeten, sondern auf Bildschirme guckten. „Wir verbieten unseren Kindern das, was wir selbst tun, nämlich ständig aufs Handy zu schauen.“ Auf dem Weg von der Buchdruck- zur Wissensgesellschaft sei Medienkompetenz entscheidend.

In der Grundschule Wettbergen haben sich rund 100 Grundschullehrer über Digitalisierung informiert. Hauptredner ist der Lehrer Jens Schunke-Galley von der Gesamtschule Gummersbach.

Die Tagung in der Grundschule Wettbergen, zu der mehr als 100 Teilnehmer kommen, hat der Verein N 21 – Schulen in Niedersachsen online organisiert. Es ist die erste Regionaltagung dieser Art. „Die Digitalisierung der Gesellschaft macht auch vor den Kinderzimmern keinen Halt“, sagt Herbert Jancke von N21. Es gehe um die technische Ausstattung, etwa die Breitbandanbindung für Schulen wie auch die Anschaffung von Endgeräten, aber auch darum, die Lehrer weiterzubilden und das Thema Digitalisierung generell in die Lehrpläne einzupflegen.

Was sind gute Lernapps?

Jennifer Franklin (38), Leiterin der Henning-von-Tresckow-Grundschule, möchte sich darüber informieren, welche Vorteile der Einsatz digitaler Medien bringen könnte, insbesondere geht es ihr auch um die Einbindung der Lehrer. Waltraud Geers, Leiterin der Grundschule Ströhen in Wagenfeld (Kreis Diepholz) möchte an diesem Tag Tipps für die Umsetzung und Entwicklung eines Medienkonzeptes für ihre Schule bekommen und gute Lernapps kennenlernen. Darüber informiert beispielsweise Robert Kühn, Leiter der Grundschule Wettbergen. An seiner Schule werden interaktive Tafeln und iPads schon immer mehr eingesetzt.

Von Saskia Döhner

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