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Aus der Stadt „Guter Journalismus braucht Flankenschutz“
Hannover Aus der Stadt „Guter Journalismus braucht Flankenschutz“
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00:18 09.12.2018
Niedersachsens Medienpreis für den Nachwuchs: Laudator Mirko Slomka mit den zwei Preisträgerinnen vom Schul-Internetradio der Grundschule Bad Münder. Quelle: Christian Behrens
Hannover

 Wenn Stars und Sternchen über den blauen Teppich ins Alte Rathaus flanieren, dann wird der Niedersächsische Medienpreis verliehen. Blau ist die Farbe der Landesmedienanstalt, die die Party für die privaten Radio- und Fernsehsender am Donnerstagabend zum 24. Mal ausgerichtet hat. Es fließt viel Prosecco zu Lachshäppchen –aber es gibt stets auch mahnende Worte. „Guter Journalismus ist in diesen Zeiten absolut gefragt“, sagte Jurymitglied und Kommunikationsberaterin Ortrud Wendt: „Aber er braucht Zeit, Unterstützung von den Geschäftsführern und Flankenschutz von den Chefredaktionen.“

„Festival des privaten Rundfunks“ in Hannover

Als ein „Festival des privaten Rundfunks“ bezeichnete Staatskanzleichef Jörg Mielke den Abend: Gerade in Zeiten, in denen sich jeder über Social Media mitteilen könne, sei „Aufmerksamkeit eine wichtige Währung“. Die biete der Medienpreis für „ernsthafte Journalisten“. Der eigentliche Ausrichter, Medienanstaltdirektor Andreas Fischer, war nach einem Fahrradunfall verhindert. Stellvertreter Christian Krebs lobte die Vielfalt des Wettbewerbs. Seit 1995 seien 6594 Beiträge eingereicht worden, in diesem Jahr waren es etwa 300.

Das Alte Rathaus ist mit 550 Gästen gut gefüllt: Niedersachsens Privat-Rundfunker wetteifern um den Medienpreis.

Der vielleicht überraschendste Film des Abends stammt von der h1-Volontärin Nathalie Schwertner, die für den Bürgersender den berührenden Beitrag „Ich verliebe mich in Kinder –Aus dem Leben eines Pädophilen“ gedreht hat. Laudator Lars Reckermann, Chefredakteur der Nordwest-Zeitung, sagte: „Wenn unser Nachwuchs so arbeitet, mache ich mir um Journalismus keine Sorge“. Der solle schließlich „beschreiben, was ist – ob es einem gefällt oder nicht“.

Bei den Fernsehmachern ging der Preis in der Kategorie Information an Alexander Gurgel (RTL-Nord) für eine Reportage 20 Jahre nach der Zugkatastrophe von Eschede und in der Kategorie Unterhaltung an Jan Schnieders Beitrag „Topmodel aus Sögel“ (Sat.1-Regional).

Stärkster Applaus für Radio 21

Beim Hörfunk gewann Daniel Flüß (Antenne) mit seiner Vor-Ort-Reportage zu den G20-Krawallen in Hamburg in der Kategorie Information. In der Kategorie Unterhaltung sahnte Marius Hühne von Radio 21 mit „Die Geschichte des Hurricane-Festivals“ ab. Sänger Adel Tawil durfte ihm den Preis laudatieren, und der Lautstärke nach hatte Radio 21 die mit Abstand größte Fangruppe des Abends.

Schülerinnen aus Bad Münder gewinnen mit Globus-Hörspiel

Ein Sonderpreis „Dialog“ ging an 89.0-RTL für die hipp-dynamische Social-Media-Show von Nick Kreiseler und Justin Schmidt. Niedlich-anrührend dagegen war die Preisverleihung an zwei Zweitklässlerinnen der Grundschule Bad Münder, die fürs Internet-Schulradio den schönen Beitrag „Der magische Globus“ inszeniert haben. Den Preis überreichte Laudator Mirko Slomka.

Von Conrad von Meding

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