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Aus der Stadt Schlagerstar Ireen Sheer über ihren Auftritt im Gaypeople-Zelt
Hannover Aus der Stadt Schlagerstar Ireen Sheer über ihren Auftritt im Gaypeople-Zelt
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00:19 08.07.2018
Ireen Sheer ist der Stargast im Gaypeople-Zelt auf dem Schützenfest 2018 in Hannover Quelle: Mario Moers
Hannover

Mit dem Ralf Siegel Song „Goodbye Mama“ hatte sie 1973 ihren ersten großen Hit in Deutschland. Später wurde ein Song über Kopfweh ihr Markenzeichen. Auf dem Schützenfest in Hannover wird Ireen Sheer bei ihrem Auftritt im Gaypeople-Zelt als Diva gefeiert. Doch die 69-Jährige hat auch erlebt, wie schwer es für viele ihrer Kollegen war, sich zu outen.

Frau Sheer, als Schlagerstar in einem Zelt der schwul-lesbischen Gemeinschaft, wäre das früher vorstellbar gewesen?

Vor dreißig Jahren vielleicht, aber es gab diese öffentlichen Veranstaltungen nicht häufig. Aber natürlich muss man daran denken, wie viele sich damals nicht geoutet haben. Hier wird man heute nicht mehr schief angeguckt. Ich bin sehr sehr froh, dass es so ist. Ich und mein Mann haben viele enge Freunde die homosexuell sind. Aber in Ländern wie der Türkei oder einigen arabischen Staaten ist das sicher anders.

Gerade in der Schlagerszene haben sich viele Künstler ein Leben lang versteckt.

Patrick Lindner ist ein guter Freund von mir. Als er seinen ersten Fernsehauftritt hatte, war ich seine Patin. Damals galt er als Schwiegermamas-Traum und hat das auch nicht unbedingt direkt erzählt. Als er sich geoutet hat und ein Kind adoptiert, war das für diese Fans ein Schock. Aber ich glaube, sie haben es dann schnell akzeptiert. Er hat schließlich eine große Fangemeinde.

Im Gaypeople-Zelt verehrt man sie heute als große Diva, schmeichelt Ihnen das?

Ich bin eine Diva. (lacht und wirft theatralisch das Haar zurück) Tatsächlich heißt eine Tournee mit der ich unterwegs bin ja Schlagerlegenden Live. Und Legenden dürfen doch Diven sein oder?

Sie sind fast fünf Jahrzehnte im Schlagergeschäft. Was hören sie eigentlich heute privat?

Mein Mann Klaus und ich gehen gerne in die Oper. Als nächstes sehen wie Carmen bei den Bregenzer Festspielen am Bodensee. Und im Radio achten wir immer darauf, dass eine gute Mischung läuft. Leider wurde der Schlager ja bei vielen Sendern zurückgefahren.

Viele Schlagerstars wären eigentlich lieber Beatmusiker geworden. Gehören sie auch dazu?

Natürlich bin ich in England mit den Beatles aufgewachsen. Und ich habe auch Rock´n Roll in meinem Repertoire. Aber ich schaue musikalisch nicht nur zurück. Die Zeit die wir noch haben, wird schließlich weniger.

Sie sind bekanntlich eine Kopfweh-Expertin. Haben Sie einen Tipp für die Schützenfestbesucher?

Am besten den Tag danach nicht zur Arbeit gehen (lacht).

Von Mario Moers

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