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Aus der Stadt Das Tierheim hat ein Katzen-Problem
Hannover Aus der Stadt Das Tierheim hat ein Katzen-Problem
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00:15 02.08.2018
Fast 200 Katzen leben gerade im TierheimKrähenwinkel – viele Tiere sind sehr jung. Quelle: Tierheim Krähenwinkel
Hannover

„Wir haben momentan viele Hunde hier – unser größtes Problem sind aber die vielen Katzen“, sagt Anke Forentheil, Sprecherin des Tierheims Krähenwinkel. Fast 200 Katzen sind momentan im Tierheim, „Mitarbeiter wollen nur eine kurze Runde mit einem Hund drehen, öffnen das Tor und dort steht eine Transportbox mit einer Katze“, erzählt Forentheil. An einem Tag kämen da schon einmal sieben neue Katzen an. „Oft sind das dann Katzen, die gerade geworfen haben“, sagt Forentheil. Die Katzenbabys landen dann ebenfalls im Tierheim Krähenwinkel.

Das Tierheim Krähenwinkel hofft auf eine Kastrationspflicht für Stubentiger. Nur so sei die Geburtenrate einzudämmen.

Dass so viele Katzen im Tierheim abgegeben werden, liegt in den Augen von Forentheil nicht nur an der Urlaubszeit, sondern vor allem an den unzähligen unkastrierten Tieren. „Viele Tiere sind halbwild, irgendwann wurden sie ausgesetzt oder verjagt“, erklärt Forentheil. Die ehemaligen Hauskatzen würden sich mit freilaufenden Katzen vermehren. Wenn die Katzen dann Junge hätten, würden sie den Menschen öfter auffallen – dann würde das Tierheim informiert. „Es gibt momentan so viele wilde Katzen, dass eine Mitarbeiterin von uns den ganzen Tag nur damit beschäftigt ist, die offiziellen Futterstellen, die es überall gibt, zu füllen“, erzählt die Tierheimsprecherin. Einige Katzen würden nach der Kastration und Zeit im Tierheim wieder handzahm und könnten vermittelt werden, andere blieben wild – „da bleibt uns nichts anderes übrig, als die Finder anzusprechen, ob die Katzen wieder zurück dorthin könnten, wo sie gefunden wurden. Die Finder müssen sich aber bereit erklären, die Tiere zu füttern“, sagt Forentheil. Anfang des Jahres habe das Tierheim Hoffnung gehabt, dass das Jahr ruhiger laufe, als bisher üblich. Das Land Niedersachsen hatte 200.000 wilde Hauskatzen kastrieren lassen. „Wir hätten nicht gedacht, dass trotzdem so viele Katzen im Mai geboren werden“, sagt Forentheil. Das Einzige, was gegen das Problem helfen würde, sei eine Kastrationspflicht.

Doch auch fast 100 Kleintiere und 77 Hunde leben momentan im Tierheim Krähenwinkel – zurzeit kommen auch Wildtiere an. „Jetzt bei der Hitze werden uns Wildvögel gebracht, die völlig erschöpft sind. Ein Mauersegler ist bei uns gerade leider gestorben, sagt die Tierheimsprecherin. Um den Tieren bei den hohen Temperaturen zu helfen, könnten Menschen Wasserstellen schaffen, Schalen mit Wasser befüllen und Steine hereinlegen, damit die Tiere sich dort ausruhen könnten. „Die Tiere leiden sehr unter der Hitze“, sagt Forentheil.

Von den fast 200 Katzen sind nicht alle vermittelbar oder alt genug, um von der Mutter getrennt zu werden. „Wenn wir die Tiere alle vermitteln können, ist das aber nach dieser harten Zeit ein schönes Ergebnis“, sagt Forentheil. Sorgenvoll schaut das Tierheim dann in Richtung Herbst, „im August werden die nächsten Katzenkinder auf die Welt kommen“, erklärt die Sprecherin.

Von Tomma Petersen

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