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Aus der Stadt Fährt die Stadtbahn-Linie 10 bald bis nach Seelze?
Hannover Aus der Stadt Fährt die Stadtbahn-Linie 10 bald bis nach Seelze?
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00:17 14.07.2018
Auf dem ehemaligen Conti-Gelände in Limmer soll die Wasserstadt entstehen. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Ein Stadtbahnanschluss für die geplante Wasserstadt in Limmer war eigentlich schon vom Tisch, doch jetzt unternehmen Vertreter der Regions-Grünen und der Rats-FDP einen neuen Anlauf. Sie schlagen vor, die Linie 10 über Velber nach Seelze-Süd zu führen und dadurch Neubaugebiete zu erschließen. „Seelze ist bereits jetzt eine stark wachsende Gemeinde, die auch weiterhin neue Wohnbaugebiete ausweisen wird und auf eine Verbesserung der ÖPNV-Anbindung angewiesen sein wird“, sagt Grünen-Verkehrsexperte Michael Dette. Sein Kollege von der FDP, Wilfried Engelke, ist der Überzeugung, dass auch im Bereich der Heisterbergallee neue Häuser entstehen könnten. „Dadurch würde sich die Zahl der Fahrgäste erheblich erhöhen“, sagt Engelke. Wenn aber die Linie 10 durch die Verlängerung über die Heisterbergallee Richtung Velber aus allen Nähten platzt, dann würde sich rechnerisch ein zweiter Streckenabschnitt lohnen – beginnend in der Wasserstadt.

Lohnt sich der Ausbau?

Ob eine Stadtbahnlinie ausgebaut wird, hängt wesentlich vom wirtschaftlichen Nutzen ab. Ausschlaggebend ist die Zahl der kalkulierten Fahrgäste. Wenn ein Ausbau als unwirtschaftlich gilt, bleiben notwendige Zuschüsse von Bund und Land aus. Die Regionsverwaltung, zuständig für den Nahverkehr, hatte etliche Varianten für die Anbindung der Wasserstadt durchgerechnet – und alle als unwirtschaftlich verworfen. Selbst eine Verlängerung der Linie 10 über die Wunstorfer Straße bis nach Ahlem Mitte rentiere sich nicht, hieß es. 14,5 Millionen Euro hätte der Gleisbau über die Wasserstadt bis nach Ahlem verschlungen und Tausenden Bewohnern den Zugang zum Stadtbahnnetz verschafft.

Wenn aber schon der Zug nach Ahlem-Mitte zu wenig Fahrgäste bringt, wie sollen es dann Velber und Seelze-Süd schaffen, Massen zu mobilisieren? Die Frage stellt sich Frank Straßburger, SPD-Verkehrsexperte in der Regionsversammlung. Dennoch hält er den Vorschlag von Grünen und FDP für bedenkenswert. „Wenn benachbarte Stadtviertel wie Davenstedt und Dörfer wie Lenthe und Harenberg einbezogen werden, dann ist die Variante interessant“, sagt Straßburger. In Velber und Davenstedt werde immer wieder diskutiert, wie die Orte an das Stadtbahnnetz angeschlossen werden könnten.

Interessant ist der Vorschlag noch in politischer Hinsicht. Stadt- und Regionspolitiker hatten sich über die Verkehrsanbindung für die Wasserstadt heftig zerstritten. Stadtpolitiker warfen ihren Kollegen in der Regionsversammlung vor, die Belange Hannovers nicht zu berücksichtigen. Zum Teil wurde die Zusammenarbeit der Regions-Kommunen infrage gestellt. Jetzt setzen sich zwei Vertreter kleinerer Parteien aus Stadt und Region zusammen und brüten eine neue Idee aus. Dette und Engelke kennen sich seit vielen Jahren aus gemeinsamen Rats-Zeiten. Damals stritten sie sich regelmäßig um Bau- und Verkehrsthemen. Als Grüner gehörte Dette zum Mehrheitsbündnis, Engelke hielt die Fahne der Opposition hoch. Jetzt ist es umgekehrt.

Von Andreas Schinkel

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