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Aus der Stadt Alkohol im Boot: Amt warnt vor Trunkenheit am Paddel
Hannover Aus der Stadt Alkohol im Boot: Amt warnt vor Trunkenheit am Paddel
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00:19 16.07.2018
Freizeitvergnügen auf dem Fluss: Auf Ihme und Leine sieht man immer öfter Hobbypaddler – Sportruderer allerdings müssen häufig Kollisionen vermeiden. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Kanufahrer, Stand-up-Paddler, angeheiterte Männer in Schlauchbooten und Wettkampf-Ruderer – sie alle tummeln sich bei sommerlichem Wetter auf Hannovers Stadtflüssen. Immer häufiger kommen sich die Wassersportler auf Ihme und Leine in die Quere, manchmal sind Kollisionen nicht zu vermeiden. „Der Freizeitdruck auf den Gewässern wächst, es kommt zu brenzligen Situation“, sagt Robert Ebenhöch vom Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt in Braunschweig. Deshalb habe das Amt jetzt die Wasserschutzpolizei gebeten, häufiger auf den Flüssen zu patrouillieren und die Freizeitsportler zu kontrollieren.

Die Hannoveraner haben ihre Flüsse für sich entdeckt: Standup-Paddler, Kanufahrer, Schlauchbootfreunde nutzen das Wasser, manchmal sieht man sogar Flöße. Teile von Leine und Ihme aber sind Bundeswasserstraßen – dort gilt es, strikte Regeln zu beachten – das Freizeitverhalten führt gelegentlich zu Konflikten mit Sportruderern und der kommerziellen Flussschifffahrt. Wir zeigen Bilder vom Treiben auf dem Wasser.

Manche Freizeitpaddler seien angetrunken unterwegs und bringen sich und andere in Gefahr, sagt Ebenhöch. Er weist darauf hin, dass auf den Wasserstraßen eine Promillegrenze von 0,5 gilt. Wer betrunken im Gummiboot erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss Bußgeld zahlen. Das Schifffahrtsamt hat jetzt Verleiher von Booten und Stand-up-Brettern schriftlich gebeten, ihre Ausrüstung nicht an Betrunkene auszugeben. „Bei groben Verstößen und schweren Unfällen liegt es im Ermessen des Richters, die Auto-Fahrerlaubnis zu entziehen“, sagt Ebenhöch vom Schiffahrtsamt.

Es gilt die Binnenschiffahrtsstraßen-Ordnung

Auf Ihme und Leine gelten die Vorschriften der Binnenschiffahrtsstraßen-Ordnung. Sie müssen nicht nur von Fahrern von Motorschiffen, sondern auch von Paddlern in „handbetriebenen“ Wasserfahrzeugen eingehalten werden. So zählt zu den Grundsätzen, dass sich jeder Verkehrsteilnehmern auf den Gewässern so verhalten soll, dass er keinen anderen behindert. Wie im Straßenverkehr gilt die Regel Rechts-vor-links. Kreuzen sich zwei Paddler muss derjenige warten oder ausweichen, der das andere Boot an seiner Steuerbordseite hat. Kommen sich zwei Boote entgehen, müssen sie Backbord an Backbord aneinander vorbeiziehen.

Viele Freizeitsportler scheinen sich darüber nicht im Klaren zu sein. „Wir haben das Gefühl, dass Gefahren unterschätzt werden. Manche schippern einfach drauflos“, sagt Christian Held vom Vorstand des Deutschen Ruder-Clubs von 1884 (DRC). Die Wettkampfruderer des DRC trainieren täglich auf der Ihme und haben schon so manche gefährliche Situation erlebt. „Menschen springen von Brücken, und besonders im Mai und Juni waren viele Betrunkene in Gummibooten unterwegs“, sagt Held. „Schwimmende Bierkästen“ nennt er die Schlauchboot-Ausflügler im Scherz. Den DRC-Vereinsmitgliedern werde eingeschärft, keinen Alkohol vor der Bootsfahrt zu trinken und die Schifffahrtsregeln zu beachten. Klar ist für den DRC-Mann aber auch: „Die Gewässer sind ein öffentlicher Raum und für alle da.“

Letztlich komme es darauf an, dass jeder auf den anderen Rücksicht nimmt.

Von Andreas Schinkel

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