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Aus der Stadt Greenpeace protestiert vor Edeka in Linden gegen Billigfleisch
Hannover Aus der Stadt Greenpeace protestiert vor Edeka in Linden gegen Billigfleisch
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17:21 05.12.2018
Greenpeace protestiert an der Limmerstraße vor Edeka für eine Herkunftsbezeichnung beim Fleischverkauf. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Protestaktion gegen Massentierhaltung: Rund 20 Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben am Mittwoch in Hannover-Linden vor einem Edeka-Markt an der Limmerstraße gegen den Verkauf von Billigfleisch und der damit nach ihrer Einschätzung verbundenen Tierquälerei protestiert. Die vom Marktleiter alarmierte Polizei reagierte gelassen. Die Beamten klärten die Protestler zunächst einmal über mögliche Straftatbestände auf und ließ sie dann gewähren.

Rund 20 Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben vor einem Edekamarkt an der Limmerstraße gegen den Verkauf von Billigfleisch aus Massentierhaltung protestiert.

Es war genau 11 Uhr, als die Umweltschützer aus allen Richtungen vor die Front des Supermarktes strömten und aus einem eilig vorgefahrenen Kleintransporter große Leinwände mit Fotos von eng zusammengepferchten Schweinen in verdreckten Ställen abluden. Dann ging alles ganz schnell: Innerhalb von wenigen Minuten hatten rund 20 Aktivisten die Schaufenster von Edeka-Wucherpfennig mit den Bildern aus der Massentierhaltung überklebt und gleichzeitig auffällige Protestbanner in den Edeka-Farben Gelb und Blau entrollt. Das Motto der Aktion hatte Greenpeace auch über dem Eingang des Marktes neben dem Logo der Handelskette angeleimt. „Edeka lässt Schweine leiden“ – so lautet der Vorwurf.

Edeka ist die einzige der großen Supermarktketten, die ihren Kunden verschweigt, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten werden, deren Fleisch verkauft wird“, erläuterte der Greenpeace-Kampagnenleiter Lasse van Aken den Hintergrund der Aktion. Ein Großteil des Schweinefleisches, das bei Edeka verkauft werde, stamme aus Massentierhaltung. Die Bedingungen dieser Produktionsform seien meist mit Verstößen gegen das Tierschutzgesetz verbunden. „Im Gegensatz zu Aldi, Rewe und Lidl weigert sich Edeka bislang auch, die Art der Tierhaltung auf den Billigprodukten zu kennzeichnen“, sagte van Aken. „Wir fordern ein Ende der Tierquälerei, Transparenz und Wahlmöglichkeiten für die Verbraucher“, sagte van Aken. Greenpeace setzt sich für den Verkauf von Fleisch aus artgerechter Haltung ein.

Bei den meisten Passanten kam die Aktion gut an. Die Greenpeace-Aktivisten verteilten auch Flugblätter und ließen lautes Schweinegrunzen über eine Lautsprecherbox ertönen – beobachtet von etlichen Schaulustigen, Fernsehteams und der Polizei. Passantin Gisela Münnich lobte das Engagement der Protestler. „Ich kaufe mein Fleisch extra für etwas mehr Geld im Bioladen. Es kann nicht sein, dass Edeka keine artgerechte Tierhaltung unterstützt“, sagte die Frau.

Dass sich Greenpeace für ihre bundesweit zweite Aktion der Reihe „Gegen Billigfleisch und Tierleid bei Edeka“ die Wucherpfennig-Filiale in Linden ausgesucht hatte, konnten die Aktivisten begründen: „Wucherpfennig gehört zu den umsatzstärksten Kaufleuten innerhalb der Genossenschaft. Wir wollen keine kleinen Läden anprangern“, sagte der Kampagnenleiter.

Die Polizei begründete ihr behutsames Vorgehen mit dem Verhalten der Protestler. „Sie benehmen sich friedlich, behindern nicht den Verkehr oder den Geschäftsbetrieb“, sagte ein Polizeisprecher und verwies auf die Meinungsfreiheit sowie auf das Versammlungsrecht. Gegen 15 Uhr hatten die Aktivisten ihre Aktion beendet und nahezu alle Banner und Plakate entfernt. Trotzdem kommt auf Greenpeace ein Ordnungswidrigkeitsverfahren zu. „Es war für eine Spontandemo zu gut vorbereitet. Deshalb hätte die Versammlung behördlich angemeldet werden müssen“, sagte der Polizeisprecher.

Am Abend wies Edeka die von Greenpeace erhobenen Vorwürfe auf Nachfrage entschieden zurück. Demnach strebt der EDEKA-Verbund eine branchenweit einheitliche Kennzeichnung der Tierhaltungsformen an. Bei Edeka würde Fleisch aber nicht nur abgepackt, sondern auch lose an den Theken angeboten. Das mache eine Kennzeichnung komplexer, heißt es in einer Mitteilung. Derzeit arbeite Edeka jedoch mit den großen Lebensmittelhändlern an einem einheitlichen System zur Kennzeichnung der Haltungsformen. Dieses soll im nächsten Jahr vorgestellt werden, teilt Edeka mit. Außerdem verweist die Handelskette auf sein großes Angebot an tierischen Produkten aus ökologischer Erzeugung und von verschiedenen Bio-Anbauverbände. Durch zahlreiche Maßnahmen wolle Edeka höhere Standards für das Tierwohl in der Prozesskette etablieren.

Von Ingo Rodriguez

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