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Aus der Stadt Königstraße: Kunden kommen trotz Dauerbaustelle
Hannover Aus der Stadt Königstraße: Kunden kommen trotz Dauerbaustelle
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00:15 10.03.2019
Halbzeit der Brückenbaustelle in der Königstraße: Freie Fahrt für Radfahrer. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Für Geschäftsleute und Anwohner des westlichen Teils der Königstraße ist gerade gewissermaßen Halbzeit: Seit Juni 2018 saniert die Bahn die Brücke über der Königstraße, bis Ende des Jahres wird noch gebaut und die Straße eine Sackgasse bleiben. Vor allem viele Händler haben der Bauphase besorgt entgegengesehen – obwohl bereits im Vorfeld klar war, dass die Königstraße während der gesamten Bauzeit erreichbar bleiben würde – der Abschnitt zwischen Cityring und Bahnbrücke mit etwa 30 Geschäften ist durchgehend befahrbar, und über die Augustenstraße können Autofahrer direkt vor der Sperrung Richtung Gerichtszentren abbiegen.

Stammkunden finden den Weg

Jetzt nach acht Monaten Leben und Arbeiten in der Sackgasse sind bei den meisten die Bedenken gewichen. „Bislang haben wir kaum etwas gemerkt“, sagt Thekla Schöttelndreier von der Modeboutique Annett. Ihr Geschäft existiert bereits mehr als 50 Jahre, „da leben wir ohnehin viel von der Stammkundschaft, die immer den Weg zu uns findet.“ Die Boutiquenbesitzerin möchte aber noch nicht jubeln, „wir wissen ja nicht, was noch kommt.“ In der Nachbarschaft, so sagt sie, habe es durchaus Überlegungen gegeben, Geschäfte zeitweilig zu schließen oder zu verlegen. „Von Laufkundschaft kann man hier aber ohnehin nicht leben.“

Vermutlich ist das für eine Bäckerei schwieriger als für die drei Musikgeschäfte, die an der Königstraße ansässig sind. „Aber es ist wieder besser geworden“, meinen die Mitarbeiterinnen der Bäckerei Fahrenhorst. „Zu uns kommt man ohnehin gezielt“, heißt es im Klavierhaus Meyer. Und dass man die zwangsweise verkehrsberuhigte Zone vor der Tür daher durchaus zu schätzen wisse. „Über die Straße geht es jetzt ziemlich gefahrlos.“ Die Mitarbeiterin des Brautmodengeschäfts Schantal lässt die Teilsperrung der Straße unbeeindruckt. „Wer heiraten will und das in Weiß, der kommt auch.“ Marion Luttermann vom Friseursalon König 3 hat ebenfalls keine Umsatzeinbußen. „Unsere Kunden finden uns schon.“ Es sei so schön ruhig so mitten in der Stadt, der Baulärm würde offensichtlich eher Richtung Thielenplatz zu hören sein. „Im Sommer war es hier wie im Urlaub, wenig Verkehr und vor allem nicht alle drei Minuten ein Bus“, meint Luttermann.

Bauarbeiten sind im Plan

Von einem „Parkparadies für Stammkunden“ schwärmt auch die Betreiberin der Second Hand Boutique Malinu. Null komma Null Probleme habe die Baumaßnahme dem Geschäft bislang bereitet. Zum Flanieren lädt die verkehrsberuhigte Königstraße trotzdem weniger ein. Schließlich ist sie abgeschnitten von der City, und die Geschäfte und Gastronomiebetriebe werden vorwiegend gezielt angesteuert – wie Brillenladen, Polsterei oder Lampenatelier und Kunstgalerie. Montags ist in vielen Geschäften ohnehin Ruhetag, manch Laden öffnet auch erst am Nachmittag – und das bereits lange vor der Baumaßnahme. Keine Staus und Abgase vor der Tür zu haben, genießen, die meisten Händler derzeit sehr. Und vom Baudreck ist ebenfalls wenig zu spüren. „Die Bauarbeiten laufen nicht nur planmäßig und pünktlich sondern auch überraschend ruhig und sauber ab“, so Friseurin Luttermann. Ein Zustand, an den man sich gewöhnen könnte.

Großbaustelle in der City

Noch bis Ende 2019 ist die Königstraße eine Sackgasse und der Thileenplatz eine Baustelle. Rund 19 Monate erneuert dort die Deutsche Bahn die alte, denkmalgeschützte Bahnbrücke. Im März 2018 wurde mit den Arbeiten begonnen, im Juni die Durchfahrt gesperrt. Für Anwohner, Ge­schäftsleute und Pendler bedeutet das Umleitungen und Staus auf anderen Strecken. Denn mit der Königstraße ist eine wichtige Verkehrsachse in der City gesperrt. Rund 10 000 Fahrzeuge sind bislang täglich unter der 140 Jahre alten Brücke durchgefahren. Abriss und Neubau kosten 18 Millionen Euro. Über die 1879 errichtete Brücke fahren nicht nur die S-Bahnen, sondern auch die Fernverkehrszüge etwa nach München, Frankfurt am Main, Berlin oder ins Ruhrgebiet. Daher mussten die geplanten Streckensperrungen drei Jahre vor Baubeginn angemeldet werden.

Von Susanna Bauch

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