Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Haben die Messerangriffe in Hannover zugenommen?
Hannover Aus der Stadt Haben die Messerangriffe in Hannover zugenommen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 28.02.2019
In diesem Jahr sollen endlich statistische Werte vorliegen, wie viele Messerattacken es in Niedersachsen und Hannover gab. Quelle: dpa
Hannover

Drei schwere Messerattacken hat es in Hannover seit Donnerstag gegeben, die Auseinandersetzung an der Oper endete sogar tödlich. Dem subjektiven Gefühl nach steigt die Zahl dieser blutigen Angriffe seit Jahren, die Polizeigewerkschaften fordern daher härtere Strafen und entsprechende Statistiken.

Was ist am Wochenende passiert?

Die tödliche Messerattacke an der Oper ereignete sich am Freitagabend. Zwei Männer stachen kurz nach 22 Uhr auf die drei 18- und einen 23-Jährigen ein. Ein 18-Jähriger wurde so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus starb. Ein Gleichaltriger schwebt noch in Lebensgefahr. Am Sonntag soll ein 25-Jähriger einem 19 Jahre alten Mann an der Lindemannallee (Bult) ein Messer in den Bauch gerammt haben. Das Opfer wurde schwer verletzt. Bei der Messerattacke am Donnerstag kam das 44-jährige Opfer verletzt zur Polizei an den Raschplatz, der Mann wurde zuvor von einem 20-Jährigen im Hauptbahnhof angegriffen.

Sind die Täter gefasst?

Bei den Messerangriffen am Donnerstag und Sonntag sind die mutmaßlichen Angreifer gefasst. Der Verdächtige von Sonntag wurde zudem in eine Psychiatrie gebracht. Schwieriger gestaltet sich dagegen die Suche nach den Messerstechern an der Oper. Die Polizei wertet derzeit unter anderem Videoaufnahmen der Umgebung aus und hofft auf Zeugenhinweise unter Telefon (0511) 109 55 55.

Nehmen Messerattacken zu?

Bislang gibt es keine Statistik. Aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage im Landtag des FDP-Abgeordneten Jan-Christoph Oetjen vom 27. November 2018 geht jedoch hervor, dass im vergangenen Jahr (Stichtag 30. November 2018) niedersachsenweit 1853 Taten verzeichnet wurden. Die Daten basieren auf einer Recherche des Landeskriminalamtes in den „Straftaten gegen das Leben“ und „Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“, bei denen ein Messer verwendet wurde. Eine frühere Kleine Anfrage vom März 2018 offenbart darüber hinaus schwankende Zahlen: Für 2015 wurden 1757 Messerangriffe aufgelistet, 2016 waren es 1991 und 2017 dann 1922 Taten. Die Daten sind aber nur bedingt aussagekräftig.

Wieso gibt es keine Messerstatistik?

Das „Tatmittel Stichwaffe“ wird derzeit nicht gesondert erfasst, weil es bundesweit nicht einheitlich geregelt ist. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen fordert allerdings seit Monaten, dies zu ändern. „Wir befürchten, dass die Verunsicherung in der Bevölkerung durch solche Taten zunimmt“, sagte GdP-Landeschef Dietmar Schilff zuletzt im November. Das Land kündigte bereits im März 2018 an, in naher Zukunft selbst die Daten zu erheben. Seit September wird das Messer nun als Tatwerkzeug in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) gesondert erfasst. Die ersten Erkenntnisse sollen bei der diesjährigen PKS-Präsentation in den kommenden Wochen vorgestellt werden.

Wer greift zum Messer?

Die Deutsche Polizeigewerkschaft spricht davon, dass Messerträger oftmals junge Migranten sind. Laut dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) werden Angriffe mit Messern häufig von jungen Männern aus Ländern verübt, „die von maskuliner Dominanz geprägt sind“, wie es in einer Studie zur Gewalt bei Jugendlichen und Flüchtlingen vom Januar 2018 heißt. Die meisten jungen Asylbewerber lebten in Deutschland in Männergruppen, was die Gefahr von „gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen“ erhöhe. Das Phänomen sei aber nicht neu, sondern sei schon in den Siebziger- und Achtzigerjahren bei jungen Türken und Süditalienern zu beobachten gewesen, heißt es in der Studie.

Von Peer Hellerling

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Streit zwischen einem 40-jährigen Autofahrer und dessen 24 Jahre alter Freundin ist am Montagmorgen in der Innenstadt von Hannover eskaliert. Der Mann schleifte die Frau mit seinem Wagen mit. Die 24-Jährige erlitt dabei leichte Verletzungen.

25.02.2019

Spezielle Berater helfen Jugendlichen ganz individuell bei der Berufswahl. Mit Erfolg: Nach vier Jahren beteiligen sich bereits 28 Schulen an dem Projekt der Region Hannover und der Arbeitsagentur.

25.02.2019

Mit einem Festprogramm feiern die 30 Musiker des Orchester Lyra Hannover im Kirchencentrum Mühlenberg am 2. März die Tradition eines der ältesten Laienorchester Hannovers.

28.02.2019