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Aus der Stadt Forscher hat Madsack-Geschichte erkundet
Hannover Aus der Stadt Forscher hat Madsack-Geschichte erkundet
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17:23 10.09.2018
Auf Madsacks Spuren: Hans Joachim Große Gorgemann in seinem Büro. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Manchmal trifft man im Ausland ganz unverhofft auf Bekannte aus der eigenen Stadt. So ging es auch Hans Joachim Große Gorgemann. Der passionierte Familienforscher durchforstete baltische Kirchenbücher aus dem 19. Jahrhundert, als er plötzlich auf einen prominenten Namen stieß: „In Hannover kennt man die Familie Madsack ja“, sagt der 75-Jährige. Schließlich gründete der berühmte Verleger August Madsack vor 125 Jahren den „Hannoverschen Anzeiger“, den Vorgänger der HAZ. Ehe er nach Hannover kam, hatte der gebürtige Ostpreuße berufliche Stationen unter anderem im Baltikum durchlaufen – und dort Spuren hinterlassen.

„Herr August Rudolph Madsack ...“ liest Große Gorgemann und lässt seinen Finger über die verschnörkelte Handschrift auf seinem Computerbildschirm fahren. „Hier steht, dass Augusts ältester Sohn, Paul Ludwig Harald Frithjof, am 20. September 1881 in der evangelischen Domgemeinde von Reval getauft wurde.“ Die Familie verkehrte offenbar in gehobenen Kreisen: „Die Paten waren hochrangige Persönlichkeiten“, sagt Große Gorgemann, „ein Stadtrat und Direktor, ein Redakteur adeliger Herkunft.“

Zufallsfunde in Reval und Riga

Der Hobbyforscher sitzt in seinem Kellerbüro in Bemerode. Neben 1600 Kochbüchern hortet er hier vor allem genealogische Werke; alte Folianten mit ledernen Einbänden. Im Schummerlicht wirkt der Raum wie die Bücherhöhle eines weisen Professors aus einem Fantasy-Film. Im Hermann-Löns-Park war der Küchenmeister 38 Jahre lang Chef der „Alten Mühle“, dann ging er 2003 in den Ruhestand. „Als am letzten Tag die Tür hinter mir zufiel, sagte ich: ,Jetzt will ich vom Kochen nichts mehr hören’“, sagt er selbst. Seither widmet er sich der Familienkunde. Die Geschichte seiner eigenen Familie hat er bis 1288 zurückverfolgt.

Da seine Schwiegereltern aus dem Baltikum stammen, durchforstete er auch Kirchenbücher aus dem Ostseeraum – und stieß dort auf die Madsacks. „Im Jahr 1882 kam in Reval Augusts zweiter Sohn zur Welt, Georg Johann Waldimir.“ Sieben Jahre später wurde in Riga Erich Kurt Günther Madsack geboren; dort lebte die Familie in der Schulenstraße 27a. Solche Zufallsfunde machen die Genealogie für Große Gorgemann interessant. Sie zeigen, wie nah die Vergangenheit der Gegenwart sein kann und dass alles mit allem zusammenhängt. „Früher habe ich Pilze gesammelt“, sagt er, „heute sammele ich Ahnen.“

Von Simon Benne

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