Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hundehalter müssen nach Tod von Radfahrer vor Gericht
Hannover Aus der Stadt Hundehalter müssen nach Tod von Radfahrer vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:36 07.01.2019
In dem Bereich an der Ihme müssen Hunde an der Leine geführt werden. Ende März 2018 hatten dort zwei Tiere einen Radfahrer zu Sturz gebracht, sodass der Mann starb. Quelle: Alexander Körner/Archiv
Hannover

Zwei Hundehalter müssen sich Anfang April vor dem Amtsgericht Hannover wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Sie sollen gegen den am Peter-Fechter-Ufer geltenden Leinenzwang verstoßen und ihre freilaufenden Tiere dadurch den tödlichen Sturz eines Radfahrers Ende März 2018 verursacht haben. Der 65-jährige kam lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus und starb dort zwei Tage später. Laut Mitteilung des Amtsgerichts sei der Unfall „bei Beachtung der erforderlichen Sorgfalt vorhersehbar und bei Beachtung der Anleinpflicht auch vermeidbar“ gewesen.

Hunde müssen dort an der Leine geführt werden

Der 34-jährige Mohammed H. und seine 29-jährige Begleiterin Sarah V. waren am 25. März 2018 gegen 16.15 Uhr mit ihren Hunden am Peter-Fechter-Ufer zwischen der Benno-Ohnesorg-Brücke und Spinnereibrücke unterwegs. H. hatte seinen Labrador-Retriever-Rüden dabei, V. ihren männlichen Labrador-Mischling. Die Tiere waren – entgegen der städtischen Vorgaben – unangeleint und tollten offenbar herum. Als die Hunde hintereinander hergelaufen seien, radelte auch der 65-jährige Mann am Peter-Fechter-Ufer entlang. Als die beiden Labradore kreuzten dabei laut Anklage den Radweg, „hierbei soll einer der Hunde das Vorderrad gestreift haben“, teilt das Amtsgericht mit.

Der 65-Jährige, der ohne Helm unterwegs war, stürzte und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma kam der Mann in ein Krankenhaus, dort starb der Radfahrer jedoch kurze Zeit später an einer Hirnblutung. Seither ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen die beiden Hundehalter. Der Strafrahmen für reicht von einer Geldstrafe bis hin zu fünf Jahren Haft.

Leinenlos nur auf bestimmten Flächen

Am Peter-Fechter-Ufer gilt das gesamte Jahr über ein Leinenzwang. Es gehört zum Stadtbezirk Mitte, innerhalb dieser Grenzen dürfen Hunde generell nicht frei laufengelassen werden. Gleiches gilt für öffentliche Bereiche wie beispielsweise Park- und Grünanlagen einschließlich der dortigen Straßen, Wege und Plätze. Allerdings berichteten mehrere Spaziergänger der HAZ direkt nach dem tödlichen Unfall, dass ihnen am Peter-Fechter-Ufer regelmäßig unangeleinte Hunde entgegenkommen.

Die Tiere dürfen ausschließlich auf speziell gekennzeichneten Hundeauslaufflächen ohne Leine herumtoben – dazu gehört unter anderem das linke Ihme-Ufer zwischen Lavesallee und Helene-Weber-Brücke. Außerhalb der Brut- und Setzzeit dürfen Hunde auch in weiten Teilen der Eilenriede unangeleint herumlaufen. Während der Brut- und Setzzeit zwischen dem 1. April und 15. Juli gilt aber auch dort die Leinenpflicht, um den Nachwuchs von Wildtierarten zu schützen.

Der Prozess am Amtsgericht Hannover ist für den 4. April um 9 Uhr angesetzt.

Von Peer Hellerling

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Polizei präsentiert im Bezirksrat die Kriminalitätsstatistik für die sechs südlichen Stadtteile. Viele Delikte nahmen zwischen 2013 und 2017 ab – bei Wohnungseinbrüchen aber gibt es eine unschöne Entwicklung.

07.01.2019

An der Grundschule Wasserkampstraße haben die Erstklässler einmal in der Woche Schachunterricht bei Michael May. Das Angebot könnte im wahrsten Sinne des Wortes Schule machen.

10.01.2019

Die Berufsfeuerwehr Hannover hat auf die wachsende Zahl der Angriffe auf Einsatzkräfte reagiert und alle Rettungswagen mit sogenannten Panikknöpfen ausstatten lassen. Im Ernstfall können sich die Helfer in den eigentlichen Behandlungsraum des Fahrzeugs zurückziehen und alle Türen mit einem Knopfdruck verriegeln.

10.01.2019