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Aus der Stadt So entspannt sich Hannover
Hannover Aus der Stadt So entspannt sich Hannover
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00:19 28.07.2018
Laura Müller (28) wird von Tinus Marte (26) massiert. Foto: Samantha Franson Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Eine leichte Brise weht über die Köpfe der Besucher in der „Schöne Aussichten 360 Grad“-Bar auf dem Parkdeck in der Innenstadt hinweg. Tinus Marte (26) und Jill Scherrer (23) laufen lächelnd durch die gut besuchte Bar am Samstagabend und bieten den Gästen eine Zehn-Minuten-Nackenmassage an. Das Team von der „Faulpelz-Massage“ zieht jedes Wochenende durch verschiedene Lokalitäten, um Gästen ein „Urlaubsfeeling“ zu verschaffen, wie es Unternehmensgründer Tinus Marte beschreibt. Massiert wird direkt am Platz und nur der Nacken, was „mega gut“ ankommt, so Marte. Aber eigentlich geht es dem Lindener um mehr als nur schöne Momente zu schaffen. Er möchten den Menschen helfen, den Alltag lockerer anzugehen und sich mehr Entspannung zu gönnen. Sein Angebot an die Hannoveraner: „Zehn Minuten dem Alltag zu entfliehen, ohne es sich kompliziert zu machen“, so erklärt der 26-Jährige seinen Beitrag zur Entschleunigung in der Landeshauptstadt.

Entspannung und Urlaubsfeeling für Hannover

Er selbst hört auf die Signale seines Körpers und geht immer wieder in die Sonne und in die Natur, wenn es ihm mal zu viel wird. In seinem Team beschäftigt Marte nur angehende Physiotherapeuten oder Masseure, mit denen er zu festen Zeiten durch die Bars zieht. Jeden Samstag ab 20 Uhr sind die Faulpelze im Café Mezzo und im HeimW ab 22 Uhr anzutreffen. Weitere Orte und Uhrzeiten geben sie auf der Webseite und in den sozialen Medien bekannt. In der 360-Grad-Bar sind an diesem Abend viele Junggesellinnenabschiede unterwegs, die es sich zu diesem Anlass gerne mal gut gehen lassen. „Die Braut hat gerade 30 Euro bezahlt“, erzählt Jill Scherrer, die bald ihr Examen zur Physiotherapeutin macht. Das ist viel. Tinus Marte hat bewusst keine Preisangaben gemacht. „Jeder soll so viel zahlen, wie ihm die Massage wert ist“, erklärt der Besitzer von Faulpelz-Massage seine Preispolitik. „Nur wenn jemand weniger als fünf Euro bezahlt, frage ich, was jetzt so schlecht war.“ Aber bei Studenten fände er fünf Euro auch völlig okay. Bezahlt wird ausschließlich mit Karte. Die angehende Physiotherapeutin ist zufrieden und berichtet, dass es ein sehr lukrativer Nebenjob sei, nur die dummen Sprüche von manchen Männern würden nerven. Werden bestimmte Grenzen überschritten, schaltet sich der Chef ein und spricht die jeweiligen Personen direkt an. Dem jungen Unternehmer sei es sehr wichtig, dass sich jeder ihm Team wohlfühle. Und über anzügliche Männer sagt er: „Die versauen sich damit nur ihre eigene Massage.“

Tinus Marte hat das Unternehmen „Faulpelz“ gegründet und zieht durch die Bars von Hannover, um den Menschen unkompliziert Nackenmassagen anzubieten.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrädern zum Einsatz

Die Faulpelz-Angestellten erhalten 70 Prozent des Pro-Kopf Umsatzes. Die Arbeitskleidung besteht aus Fair-Trade Materialien und Kommunikation im Team wird sehr hochgehalten. Zudem verzichten die Mitarbeiter auf den Einsatz von Autos, lediglich öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrräder werden für die Einsätze benutzt. Nach ihrem Einsatz in der Parkdeck-Bar ziehen die Entspannungsdienstleister an diesem Abend noch ins Mezzo am Weißekreuzplatz, um gestressten Großstädtern ihre unbürokratische Nackenmassage anzubieten.

Von Marleen Gaida

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