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Aus der Stadt Kulturhauptstadt kostet bis zu 70 Millionen Euro
Hannover Aus der Stadt Kulturhauptstadt kostet bis zu 70 Millionen Euro
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00:15 14.07.2018
Im Rathaus wird ein Finanzplan für die Kulturhauptstadt-Bewerbung erstellt, doch die Zeit wird knapp. Quelle: Foto: Katrin Kutter
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Hannover

Hannover strebt den Titel Kulturhauptstadt Europas an, doch wie das nötige Geld aufgebracht werden kann, ist bisher unklar. Von 70 Millionen Euro als Kulturhauptstadt-Budget ist in internen Rathauskreisen die Rede. Die Ratspolitik gibt sich bescheidener und geht von rund 40 Millionen Euro aus. Klar ist, dass Hannover in der Bewerbungsmappe, dem sogenannten Bid Book, darlegen muss, woher das Geld kommt und wohin es fließen soll. Bei der Finanzplanung scheint Hannover aber noch ganz am Anfang zu stehen. „Unternehmen und Stiftungen hätten längst ins Boot geholt werden müssen“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel verweist auf Essen, Kulturhauptstadt 2010. Dort habe habe man zwei Jahre vor Abgabe der Bewerbung mit Sponsoren verhandelt. Im hannoverschen Kulturhauptstadtbüro muss die Stelle für Sponsoring und Fundraising noch besetzt werden. Die Stadt muss ihre Bewerbung im September kommenden Jahres einreichen.

Auch Hildesheim will sich bewerben

Das Millionen-Budget speist sich aus verschiedenen Quellen. Die Stadt dürfte einen Anteil von 10 Prozent übernehmen, zudem werden Bund und EU Zuschüsse in Millionenhöhe geben. Wie viel das Land Niedersachsen erübrigt, wird auch davon abhängen, inwiefern es den Konkurrenten Hildesheim unterstützt. Hannovers Nachbarstadt bemüht sich ebenfalls um den Titel Kulturhauptstadt 2025. Zudem ist jede Stadt, die sich bewirbt, auf die Hilfe von privaten Sponsoren angewiesen – Unternehmen und Stiftungen. Nach Informationen der HAZ führt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) erste Gespräche mit Wirtschaftsunternehmen. Noch muss das Geld nicht hinterlegt werden, sollte Hannover aber in die engere Auswahl kommen, muss das Budget stehen.

Im Rathaus wird zugleich überlegt, wofür das Geld eigentlich ausgegeben werden soll. Ein neues Konzerthaus, wie ursprünglich vom OB angedacht, steht nicht zur Debatte. Möglicherweise können ohnehin geplante Projekte, etwa der millionenschwere Umbau der Glashalle im Hannover Congress Centrum, in das Kulturhauptstadt-Budget hineingerechnet werden. Die Kämmerei stellt einen Finanzplan auf, doch der Verwaltung läuft allmählich die Zeit davon.

Noch ist die Bewerbungsmappe leer

Für die Bewerbungsmappe ist dem Vernehmen nach noch keine Zeile geschrieben. „Es wurden viele Ideen gesammelt“, heißt es aus Kreisen des Rathauses, aber es fehle an Personal. Einige Bewerbungs-Standards hätte man schon zu Papier bringen können, meinen andere. So ist es unter anderem erforderlich, die Infrastruktur Hannovers zu beschreiben: Wie viele Unterkünfte stehen zur Verfügung? Wie ist die Stadt an den internationalen Verkehr angebunden?

Um das Verfahren zu beschleunigen und neue Mitarbeiter rascher einstellen zu können, wird überlegt, das Kulturhauptstadtbüro auszulagern und an die Hannover Veranstaltungsgesellschaft (HVG) anzugliedern. Die HVG unter der Leitung von Hans Nolte organisiert unter anderem das Maschseefest. Durch die Auslagerung können langwierige Entscheidungswege, wie sie in einer Verwaltung üblich sind, umgangen werden. In der Ratspolitik findet die Idee viel Zustimmung. „Wir brauchen jetzt keinen Tanker, sondern ein Schnellboot“, sagt CDU-Mann Seidel. Er könne sich gut vorstellen, dass HVG-Chef Nolte der richtige Mann ist, um die Bewerbung voranzutreiben.

Auch die SPD kann dem viel abgewinnen, bleibt aber vorsichtig. Noch müsse die Ausgliederung des Kulturhauptstadtbüros rechtlich geprüft werden, heißt es. Nolte sei als Marketing-Experte erst gefragt, wenn es Hannover in die engere Auswahl schafft. Letztlich setzt die SPD auf ihren Oberbürgermeister. „Ich bin froh, dass der OB hinter der Bewerbung steht und seine Überlegungen einbringt“, sagt SPD-Kulturpolitikerin Belgin Zaman.

Von Andreas Schinkel

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