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Aus der Stadt Versuchte Kindesentführung: Polizei Hannover verdächtigt 66-Jährigen
Hannover Aus der Stadt Versuchte Kindesentführung: Polizei Hannover verdächtigt 66-Jährigen
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18:47 18.02.2019
Ein 66-jähriger, geistig verwirrter Mann soll für die versuchte Kindesentführung in Linden-Nord verantwortlich sein. Quelle: Uwe Dillenberg/privat/Montage
Hannover

Ein offenbar verwirrter 66-jähriger Mann soll Anfang Februar versucht haben, einer Mutter in Linden-Nord das dreijährige Kind samt Kinderwagen zu entreißen. Das hat die Polizei am Montag mitgeteilt, „intensive Überprüfungen“ haben dazu geführt. Der Fall hatte stadtweit und auch im Internet für Aufsehen gesorgt, weil vor allem in den sozialen Netzwerken die Angst vor einem möglichen Kinderfänger umging. Der Vorfall ereignete sich bereits am 7. Februar, allerdings tauchte eine Woche später eine rätselhafte Warnung vor dem Unbekannten bei Facebook auf.

Mann in Psychiatrie eingewiesen

Nach den mehrtägigen Ermittlungen und zahlreichen Zeugenbefragungen kamen die Beamten dem 66-Jährigen auf die Spur. Außerdem stellte sich heraus: Der Mann ist für die Polizei kein Unbekannter. Sowohl am 6. als auch 7. Februar soll er wegen diverser Vorfälle in Linden-Nord aufgefallen sein. „Aus diesem Grund wurde er bereits am Abend des 7. Februar in eine psychiatrische Klinik eingewiesen“, sagt Polizeisprecher André Puiu.

Der 66-Jährige soll nach Aussage der betroffenen Mutter nahe der Kita an der Herbartstraße versucht haben, ihr den Kinderwagen zu entreißen – darin saß der dreijährige Sohn. Bloß weil sowohl die 24-Jährige als auch ihre Schwiegermutter die Karre festhielten, scheiterte der Verwirrte mit seinem Vorhaben. Daraufhin sei er zu einem Mann in einen silbernen VW gestiegen und davongefahren. Auf Facebook und bei Whatsapp verbreitete sich daraufhin eine Warnung rasend schnell, schnell entstanden Gerüchte nach mindestens vier gleichgelagerten Fällen.

Versuchte Entführung ist unklar

Inwieweit der Mann das kleine Kind wirklich entführen wollte, ist noch unklar. Die Leitung der Awo-Kita, die den Dreijährigen betreut, berichtete nach HAZ-Informationen bereits seit Bekanntwerden des Vorfalls davon, dass es sich bei dem Gesuchten lediglich um einen geistig verwirrten Mann gehandelt haben soll. Er habe demnach bloß etwas ruppig an der Karre gerüttelt, so habe es die Mutter am Tag nach der Tat selbst in der Kita berichtet.

Im Zuge ihrer Ermittlungen stellte die Polizei dann fest, dass es am Nachmittag des selben Tag einen ähnlich gelagerten Fall auf der Limmerstraße gegeben haben soll. Dort hatte er eine 29-Jährige angerempelt und ihren Kinderwagen kurzfristig festgehalten haben. Puiu: „Als die Frau den Unbekannten weggeschubst hatte, ließ dieser los und verließ den Vorfallsort in ruhigen Schritten.“

Mehrere Vorfälle an zwei Tagen

Gleichzeitig soll der 66-Jährige am 6. Februar laut Puiu „ohne ersichtlichen Grund“ Autos auf der Limmerstraße angehalten haben und nachts wegen einer Ruhestörung aufgefallen sein. Am 7. Februar wiederum soll sich der 66-Jährige geweigert haben, eine Taxifahrt und ein Getränk in einem Café zu bezahlen. Bei all diesen Einsätzen habe der Mann einen verwirrten Eindruck gemacht, sodass er schließlich einem Arzt vorgestellt wurde, der ihn in die Psychiatrie einwiesen ließ. Zur Klärung der gesamten Fälle bittet die Polizei weiterhin um Zeugenhinweise unter Telefon (0511) 109 39 20.

Und selbst der Fahrer des Autos, in das der 66-Jährige nach der vermeintlich versuchten Kindesentführung gestiegen war, kannte den Verdächtigen nicht. „Er hatte zufällig am Tatort gehalten und der ihm eigentlich unbekannte Mann war dabei in seinen Wagen gestiegen“, sagt Puiu. Auf den Zeugenaufruf hin hatte sich der VW-Fahrer an die Ermittler gewandt. „Er hatte den offenbar verwirrten Mann nur wenige Meter weiter wieder aus seinem Fahrzeug gelassen“, sagt der Polizeisprecher.

Von Peer Hellerling

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