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Aus der Stadt Mediation soll Fensterstreit schlichten
Hannover Aus der Stadt Mediation soll Fensterstreit schlichten
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00:21 21.12.2018
Altkanzler Gerhard Schröder will der Marktkirche ein Kirchenfenster von Markus Lüpertz spendieren. Quelle: Riemann/Montage
Hannover

Seit Monaten tobt ein erbitterter Streit um ein neues Buntglasfenster für die Marktkirche – ein Zwist, bei dem es um künstlerische Ästhetik, eine verzwickte Rechtslage und nicht zuletzt um Glaubensfragen geht. Jetzt könnte die Debatte eine entscheidende Wendung nehmen: Die frühere Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat sich bereit erklärt, in einem Mediationsverfahren zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.

Bislang sind die Fronten verhärtet: Der Kirchenvorstand möchte in der Kirche ein vom Künstler Markus Lüpertz entworfenes Fenster installieren, das die Reformation thematisiert. Georg Bissen, der Urheberrechtserbe des Nachkriegsarchitekten Dieter Oesterlen, lehnt die Pläne jedoch entschieden ab.

Kontakt zum Erben aufgenommen

Auf Anregung von Herwig van Nieuwland, dem Präsidenten des Staatsgerichtshofes, habe Niewisch-Lennartz nun die Rolle der Mediatorin übernommen, teilte der Kirchenvorstand mit. Sie habe bereits Kontakt zu Georg Bissen aufgenommen. Ob der in Japan lebende Jurist auf das Vermittlungsangebot eingeht, ist bislang unklar.

„Wenn das Verfahren zustande kommt, werden wir vorerst auf den Einbau des Fensters verzichten“, sagt Reinhard Scheibe, der Vorsitzende des Kirchenvorstands. Sollte der Mediationsversuch allerdings scheitern, müsse der Kirchenvorstand erneut über das weitere Vorgehen beraten. Ob Bissen, dessen Stiefvater Oesterlen die Kirche nach dem Krieg umgestaltet hat, überhaupt ein rechtlich bindendes Veto einlegen darf, ist juristisch umstritten. Das Fenster, ein Geschenk von Altkanzler Gerhard Schröder im Wert von etwa 100 000 Euro, soll neben einem stilisierten Luther auch fünf große Fliegen zeigen. Der Entwurf hat für kontroverse Debatten gesorgt.

Von Simon Benne

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