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Aus der Stadt Neues Gerät soll im Helikopter Badeopfer retten
Hannover Aus der Stadt Neues Gerät soll im Helikopter Badeopfer retten
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00:19 18.11.2018
Das neue Gerät ermöglicht Dr. Christian Macke (links) und Notfallsanitäter Marc Lüpkemann künftig auch in der Luft eine ununterbrochene Herzdruck-Wiederbelebung . Quelle: Johanniter-Unfall-Hilfe
Hannover

Im Rettungshubschrauber Christoph 4 soll künftig ein neues mechanisches Gerät die Überlebenschancen von Opfern eines Badeunfalles erhöhen. Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat als Betreiber des Luftrettungsdienstes mit der Neuanschaffung auch auf die zuletzt erheblich gestiegene Anzahl von Badetoten in der Region Hannover reagiert: Rund 18.000 Euro wurden investiert, um künftig in Rettungshelikopter Christoph 4 beim Transport von Schwerverletzten in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eine ununterbrochene Herdruckmassage zu gewährleisten.

Herzdruckmassage kann fortgeführt werden

„Bislang war die Herz-Lungen-Wiederbelebung im Hubschrauber nur bedingt bis überhaupt gar nicht möglich, deshalb musste der Patient mit einem Rettungswagen transportiert werden“, nennt der ärztliche Leiter des Luftrettungsdienstes, Christian Macke, den entscheidenden Vorteil des neuen Gerätes mit dem Titel „Corpuls CPR“. Die Johanniter seien auch sehr lange auf der Suche nach einem Gerät gewesen, das trotz der äußerst aufwendigen Technik klein genug sei, um in einem Rettungshubschrauber sinnvoll eingesetzt zu werden, sagt Johanniter-Pressesprecherin Frauke Engel. Nun sei es mit der neuen Technik möglich, eine am Boden begonnene Herzdruckmassage von Unfallopfern in der Luft im Hubschrauber fortzusetzen.

Von der unterbrechungsfreien Reanimation profitieren laut ärztlichem Leiter vor allem Patienten, die über größere Strecken in die MHH transportiert werden müssten. Das neue Gerät übernimmt laut Johanniter-Unfall-Hilfe in der Luft für den Notarzt das Drücken auf den Brustkorb. So habe der Arzt die Hände frei, um parallel weitere Rettungsmaßnahmen einzuleiten. Das Besondere: Wiederbelebt werden können mit der Technik auch Kinder ab acht Jahren. „Im Rettungshubschrauber haben wir besonders viele Kindernotfälle“, sagt Macke. In diesem Jahr sei der Einsatz auch oft nach Badeunfällen von Kindern angefordert geworden.

Fünf Badetote dieses Jahr

Erst Ende Juni war nach einem Badeunfall im Silbersee in Langenhagen ein 15-Jähriger mit lebensgefährlichen gesundheitlichen Schäden mit einem Rettungswagen in die MHH gebracht worden und dort später an den Folgen gestorben. Damit war die Zahl der Badetoten im Raum Hannover in diesem Jahr auf fünf angestiegen. Insgesamt mussten Feuerwehr und DLRG 2018 zu fast zehn schweren Badeunfällen ausrücken. Nach Angaben der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ertranken in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres in Niedersachsen 52 Menschen – deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Hauptgrund war demzufolge das außergewöhnlich langanhaltende Sommerwetter.

Von Ingo Rodriguez

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