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Aus der Stadt Limmerstraße: Prozess gegen Schläger startet im April
Hannover Aus der Stadt Limmerstraße: Prozess gegen Schläger startet im April
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08:00 10.02.2019
Seit dem Tod von Ilja T. erinnern an der Limmerstraße Blumen und Kerzen an den getöteten 40-Jährigen. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Anklage gegen den Mann erhoben, der Anfang Oktober einen 40-Jährigen auf der Limmerstraße zusammengeschlagen und getötet haben soll. Ilja T. lag mehrere Tage im Koma und starb schließlich im Krankenhaus. Die Strafverfolger werfen dem 28-Jährigen Totschlag vor, der Fall soll ab Anfang April am Landgericht Hannover verhandelt werden. Seit T.s Tod befindet sich der Verdächtige in Untersuchungshaft.

Die Anklageschrift wurde den beteiligten Parteien kurz vor dem Wochenende zugestellt. Aus den Akten geht hervor, dass der 28-Jährige mindestens zweimal auf Ilja T. eingeschlagen hatte. Nach Zeugenaussagen soll der Angeklagte dann den finalen Schlag vollzogen haben, als sich der 40-Jährige wieder aufrichten wollte. Anfangs wurde dem Radler bloß gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, kurz darauf wurde daraus versuchter und schließlich vollendeter Totschlag. „Es ist ein gewisses Maß an innerer Befriedigung für die Hinterbliebenen, dass der Fall jetzt vor Gericht kommt“, sagt Harald Lemke-Küch, Anwalt der Familie. Allerdings werde es Jahre dauern, „bis meine Mandanten den Verlust verwunden haben“.

Angeklagter schlägt zweimal zu

Der tödlichen Attacke ging eine Lappalie voraus: Demnach war Ilja T. am 8. Oktober zu Fuß unterwegs und überquerte die Limmerstraße in Höhe der Nedderfeldstraße. Er schaute währenddessen offenbar auf sein Handy, deshalb musste der 28-Jährige auf seinem Fahrrad bremsen und ausweichen. Daraus entstand zunächst ein hitziges Wortgefecht, dann habe der Radler laut Anklage von sich aus zweimal auf T. eingeschlagen. So soll es der 28-Jährige direkt nach der Tat gegenüber der Polizei angegeben haben, seitdem schweigt der Angeklagte. Mehrere Passanten hatten die Attacke mitbekommen und gaben ihre Zeugenaussagen zu Protokoll.

Laut Gutachten hatte der Schläger in den Tagen vor der Tat Cannabis konsumiert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verfügt der Angeklagte allerdings auch über Kampfsporterfahrungen. Das teilte sie bereits zu einem frühen Stadium der Ermittlungen mit. Nach HAZ-Informationen besuchte der 28-Jährige ein Kickbox-Studio, nach Angaben des Betreibers habe er dort jedoch nur sehr unregelmäßig trainiert. Allerdings ist er in mehreren Kampfszenen von Werbevideos des Sportstudios zu sehen. Nach Einschätzung von Anwalt Lemke-Küch werde die Kampfsporterfahrung des Angeklagten im Prozess eine Rolle spielen.

Mindestens fünf Jahre Haft

Nach wie vor erinnern Blumen, Kerzen und Fotos am Tatort an den tragischen Vorfall. Der 40-jährige Unternehmer war auch im Sport sehr aktiv und saß im Vorstand des Basketballvereins Hannover Korbjäger. Der Club teilte nach Ilja T.s Tod mit, all seine Mannschaften vom Spielbetrieb zurückzuziehen. Zur Beerdigung des 40-Jährigen auf dem Stadtfriedhof Engesohde kamen etwa 400 Menschen. Enge Vertraute bezeichneten T. als „still, leise und nachdenklich“. Anschließend versammelten sich einige von ihnen zu einer spontanen Mahnwache am Tatort auf der Limmerstraße.

Die Hoffnung der Angehörigen bei Gericht: „Dass es beim Vorwurf des Totschlags bleibt“, sagt Anwalt Lemke-Küch. Laut Strafgesetzbuch drohen dem 28-Jährigen bei einer Verurteilung mindestens fünf Jahre Gefängnis, in besonders schweren Fällen sogar lebenslange Haft. Das Schwurgericht hat mehrere Verhandlungstage anberaumt.

Von Peer Hellerling

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