Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Für Straßenmusiker gelten jetzt strengere Regeln
Hannover Aus der Stadt Für Straßenmusiker gelten jetzt strengere Regeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 13.09.2018
Mit der freien Platzwahl ist Schluss. Es gibt jetzt ausgewiesene Orte für Straßenmusiker. Quelle: Villegas
Hannover

Stundenlanges Musizieren auf einem Platz, Auftritte von Straßenbands mit Verstärkern, entnervte City-Händler – das soll jetzt der Vergangenheit angehören. Hannovers Stadtverwaltung erteilt Straßenmusikern ab sofort strengere Auflagen. Musiziert werden darf nur an ausgewiesenen Orten und nur zwischen 12 und 19.30 Uhr jeweils in der ersten halben Stunde. Dann sind Spielpausen und Ortswechsel vorgeschrieben. Hannovers neu gegründeter Ordnungsdienst soll über die Einhaltung der Vorschriften wachen, zugleich verteilt er Broschüren über die neuen Regeln in acht Sprachen. Die Ordnungskräfte können Bußgeld verhängen und Platzverweise erteilen. Hannovers City-Händler begrüßen das neue Durchgreifen. „Wir freuen uns, dass der Ratsbeschluss endlich umgesetzt wird“, sagt der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft Martin Prenzler.

Geschäftsinhaber hatten sich wiederholt beschwert, dass Straßenmusiker mitunter stundenlang in einer Art Endlosschleife dieselben Lieder spielten und die Nerven von Verkäufern und Kunden strapazierten. Die Stadtverwaltung reagierte und arbeitete ein neues Ordnungskonzept aus. Der Rat beschloss das Konzept vor einem knappen Jahr, danach schrieb die Stadt 38 Stellen für den neuen Ordnungsdienst aus, doch war es schwierig, genügend qualifizierte Kräfte zu finden.

Als feste Spielorte für Straßenmusiker hat die Stadt im Citybereich 17 Plätze, in der Lister Meile neun ausgewählt. Dazu zählen die Stele am Platz der Weltausstellung, die Litfaßsäule am Kröpcke, die Hirschskulptur in der Schillerstraße, die Ecke Lister Meile/Friesenstraße und die Kreuzung Lister Meile/Sedanstraße. Der gleiche Standort darf nicht länger als 30 Minuten pro Zweistundenzeitraum bespielt werden und auch nicht zweimal hintereinander aufgesucht werden. Wer auf anderen Plätzen spielen will, muss eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Verstärker sind verboten, ebenso CD-Spieler, Radios und andere Abspielgeräte. Musikgruppen dürfen maximal vier Personen umfassen.

Auch vor Erlass der neuen Regeln gab es in Hannover Auflagen für Straßenmusiker. So schrieb die „Allgemeinverfügung Straßenmusik“ vor, dass Musikanten alle halbe Stunde den Standort wechseln und mindestens 100 Meter weiterziehen müssen. „Aber Regeln nützen nichts, wenn sie nicht kontrolliert werden“, sagt Prenzler von der City-Gemeinschaft. Damals schaute die Servicegruppe Innenstadt in der City nach dem Rechten, doch bestand sie nur aus neun Mitarbeitern, aktuell zählt der Ordnungsdienst 35 Mitarbeiter. 50 Ordnungshüter sollen es am Ende sein, sie kontrollieren nicht nur Straßenmusiker, sondern auch Bettler und Trinkergruppen.

„Durch den Ordnungsdienst hat sich die Innenstadt positiv verändert“, sagt Prenzler. Mit ihren blauen Uniformen zeigten die Ordnungshüter sichtbar Präsenz. Deutlich werde aber auch, dass die Trinker- und Süchtigenszene in Bewegung gerate. „Menschen, die sich hinter dem Bahnhof aufhielten und wegen Fehlverhaltens von den Ordnungskräften ermahnt wurden, ziehen jetzt vor den Bahnhof“, erzählt der Geschäftsführer der Händlergemeinschaft. Klar müsse aber sein: An jedem Ort der Stadt gelten Regeln. „Wir wollen niemanden verdrängen. Wer sich an die Regeln hält, ob vor oder hinter dem Bahnhof, darf dort verweilen“, sagt Prenzler. Wie stark die Auswirkungen des neuen Ordnungsdienstes tatsächlich sind und wie sich die Trinker- und Drogenszene verlagert, zeige sich vermutlich erst im kommenden Jahr.

Von Andreas Schinkel und Saskia Döhner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die offene Frauenuniversität startet im Oktober in die nächste Runde. Am Dienstag und Mittwoch gibt es dazu eine Info-Veranstaltung.

13.09.2018

Gegen das geplante Surf-Projekt in der Altstadt-Leine legen Fischereiverein und Anglerverband Widerspruch ein. Ihre Anwälte sehen das Konzept in mehreren Punkten als unzulässig an.

10.09.2018

Die Bürgerbeteiligung zur Erneuerung des Steintorplatzes geht in die heiße Phase: Ab Mittwoch gibt es täglich Programm – und mittags kostenlos Häppchen.

13.09.2018