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Aus der Stadt Stadt verbietet Böllern in der Innenstadt
Hannover Aus der Stadt Stadt verbietet Böllern in der Innenstadt
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17:27 18.12.2018
Ordnungsdezernent Axel von der Ohe (l.) und Gwendolin von der Osten, Leiterin der Polizeiinspektion Mitte, haben die Details des Böllerverbots an Silvester vorgestellt. In der Mitte: Stadtsprecher Udo Möller. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Die Stadt macht Ernst: Die Verwaltung verbietet an Silvester das Böllern an zentralen Innenstadtplätzen. Gemeinsam mit der Polizei soll die Allgemeinverfügung beim bevorstehenden Jahreswechsel erstmals umgesetzt werden. Das haben Ordnungsdezernent Axel von der Ohe und Gwendolin von der Osten, Leiterin der Polizeiinspektion Mitte, am Dienstag im Neuen Rathaus mitgeteilt. Konkret untersagt sein wird das Zünden von Böllern und Raketen unter anderem auf dem Kröpcke, dem Platz der Weltausstellung, in der Georgstraße, auf dem Opernplatz, rund um den Hauptbahnhof, auf dem Raschplatz und am Steintor.

Die Stadt Hannover untersagt das Böllern an Silvester in der Innenstadt. In einer Pressekonferenz nennt die Verwaltung die Details.

Gepostet von Hannoversche Allgemeine Zeitung / HAZ am Dienstag, 18. Dezember 2018

Hintergrund der Maßnahme sind die Vorfälle in den vergangenen Jahren. Nach Angaben der Stadt sei es wiederholt zu „bedrohlichen und gefährlichen Situationen“ gekommen, als etwa 1000 Menschen auf den zentralen Plätzen böllerten. Laut von der Ohe gebe es inzwischen „erhebliche Zweifel“ daran, dass in der Innenstadt sicher und friedlich gefeiert werde. Unter anderem hatten Provokateure in den zurückliegenden Neujahrsnächten wiederholt Böller auf Menschen geworfen, dabei wurden 2017/2018 auch zwei Kinder verletzt. Auch Einsatzkräfte wurden wiederholt zu Zielen der Böllerwerfer. Darüber hinaus berichtet die Feuerwehr von Brandmeldeanlagen in City-Geschäften, die aufgrund des starken Rauchs angeschlagen hatten. „Diese Erfahrungen haben uns zum Handeln gezwungen“, sagt von der Ohe und von der Osten ergänzt: „Teile der Innenstadt haben sich zur Gefahrenzone entwickelt.“

Verbot beginnt an Silvester um 20 Uhr

Das Verbot wird an Silvester um 20 Uhr in Kraft treten und bis 3 Uhr in der Neujahrsnacht andauern. Untersagt sind alle Böller und Raketen, „die kein Kinderfeuerwerk sind“, so von der Ohe. Heißt: Wunderkerzen und Knallerbsen sind gestattet. Laut Gwendolin von der Osten wird die Polizei am Beginn der Bannzone alle Menschen kontrollieren, die in den No-Go-Bereich wollen. „Schwerpunkte sind dabei unter anderem die Aufgänge von den U-Bahnstationen“, sagt sie. Die Menschen werden aufgefordert, die Böller abzugeben. Das Feuerwerk werde noch an Ort und Stelle vernichtet. Dafür wird es große Container geben, die mit Wasser gefüllt sind – darin sollen die Knaller und Raketen aufgeweicht werden.

Vergangene Woche hatte die Stadt erstmals mitgeteilt, dass sie eine entsprechende Allgemeinverfügung erarbeitet, die das Böllern in der Innenstadt an Silvester untersagt. Zuspruch bekam die Verwaltung unter anderem aus Teilen der Ratspolitik und von der Deutschen Polizei-Gewerkschaft. „Es ist bedauerlich, dass man sich mittlerweile über derartige Schritte Gedanken machen muss – anders scheint aber ein Ende der Gefahrenspirale nicht denkbar“, sagte deren Landeschef Alexander Zimbehl. Auch zahlreiche HAZ-Leser hatten den Schritt befürwortet.

Sollten sich Personen gegen das Verbot zur Wehr setzen oder gänzlich ignorieren, werde die Polizei Platzverweise aussprechen. „Im Fokus steht zudem der Jugendschutz“, so von der Osten. In der Vergangenheit sei zu beobachten gewesen, dass in der City auch zahlreiche Kinder und Jugendliche an den Böllerexzessen teilnahmen. Von der Ohe schließt Bußgelder allerdings aus. „Wir wollen die Beamten in der Einsatznacht nicht mit Bürokratie aufhalten“, sagt er. Dass die Menschen mit ihren Knallern und Raketen auf andere Plätze wie etwa die Goseriede ausweichen, halten Stadt und Polizei für unwahrscheinlich: „Viele werden wegen des Verbots vermutlich gar nicht erst kommen“, sagt von der Osten. Und falls doch, sei die Polizei auf solche Szenarien eingestellt.

Nach dem Jahreswechsel werden Stadt und Polizei Bilanz ziehen, ob das Böllerverbot ein Erfolg war. Wenn sich die Allgemeinverfügung an Silvester durchsetzt, könnte es laut Ordnungsdezernent von der Ohe eine dauerhafte Option werden: „Ich gehe davon aus, dass sich das Verbot bewährt und es wenige Argumente gibt, wieder davon abzuweichen.“

Von Peer Hellerling

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