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Aus der Stadt „Hannover tut zu wenig für die Verkehrswende“
Hannover Aus der Stadt „Hannover tut zu wenig für die Verkehrswende“
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00:15 04.11.2018
Zu wenige Menschen steigen auf Stadtbahn, Bus und Rad um – die Region sieht die Ziele der Verkehrswende gefährdet, wenn Hannover nicht entschlossener handelt. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Archiv)
Hannover

Scheitert die viel beschworene Verkehrswende in Hannover, die weniger Autofahrer und dafür mehr Rad-, Bus- und Bahnverkehr zum Ziel hat? Der Region liegen Daten aus dem Bundesverkehrsministerium vor, denen zufolge der Anteil von Radfahrern und Nutzern des Öffentlichen Nahverkehrs in der Landeshauptstadt seit 2011 stagniert, statt wie erhofft anzusteigen. Regions-Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz sieht darin ein Alarmzeichen. „Die Hannover-Zahlen sind gegen den bundesweiten Trend – und das zeigt, dass mehr getan werden muss.“ Es reiche offenbar nicht, den Nahverkehr auszubauen: „Hannover muss darüber nachdenken, den Autoverkehr stärker einzuschränken, indem zum Beispiel Parkflächen reduziert und verteuert werden.“

Modal-Split verändert sich in Hannover kaum noch

Die Bundesstudie „Mobilität in Deutschland“ erhebt regelmäßig anhand von mehr als 300 000 Nutzerbefragungen, wie sich die Menschen fortbewegen. Gemessen wird der Anteil der mit verschiedenen Verkehrsmitteln zurückgelegten Wegstrecken, der sogenannte Modal-Split. Kommunen können regionale Daten anfordern. Das hat die Region für 2002, 2011 und 2017 getan. „Im Umland Hannovers sind wir auf einem guten Weg“, sagt Franz: „Obwohl die Strecken dort oft länger sind, steigen seit 2011 mehr Menschen auf Rad, Bus und Bahn um. In Hannover gibt es diesen Trend nicht.“ Es sei „immer noch zu sehr eine autogerechte Stadt“. Nötig sei daher „ein Verkehrskonzept mit deutlichem Vorrang für ÖPNV und Rad“.

So bewegen sich die Hannoveraner fortRegionalauswertung der Studie „Mobilität in Deutschland“ Quelle: Llorens Garcia, Amparo

Dezernent Ulf-Birger Franz: Stadtpolitik muss entschlossener handeln

Hannover hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil des Rad- sowie des Bus- und Bahnverkehrs bis 2025 auf jeweils 25 Prozent zu bringen. Geschehen soll das vor allem durch einen Ausbau von Radwegen und mehr Attraktivität im Nahverkehr, neuerdings fordert die Ratsmehrheit auch eine Reduzierung der Fahrpreise – für die aber die Region zuständig ist. „Wir haben gerade erst wieder bestätigt bekommen, dass wir mit das preiswerteste Tarifsystem Deutschlands haben“, kontert Franz: „Und durch billigeren Nahverkehr steigt kaum jemand um – das zeigten Erfahrungen aus anderen Kommunen.“ Statt den Schwarzen Peter an die Region zu schieben, müsse Hannovers Stadtpolitik selbst entschlossener handeln.

Parkplätze in Hannover abbauen und verteuern?

„Die Verkehrswende erfordert Mut. Den hat Hannover etwa beim Umbau des Marstalls vom Parkplatz zum urbanen Raum bewiesen – aber solche Beispiele muss es mehr geben“, sagt Franz. Radwege müssten verbessert, Autospuren zurückgebaut, Parkplätze reduziert und in der Innenstadt auch verteuert werden. „Wenn die Mehreinnahmen durch Parkraumbewirtschaftung dann in eine Verbilligung von Nahverkehrstickets gehen sollen, dann können wir darüber reden“, sagt Franz.

Von Conrad von Meding

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