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Aus der Stadt Carsharing-Anbieter Stadtmobil wächst
Hannover Aus der Stadt Carsharing-Anbieter Stadtmobil wächst
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06:00 25.02.2019
Stadtmobil-Fahrzeuge wie hier einen Smart auf der Celler Straße sind immer häufiger im Stadtbild zu sehen. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Von den bundesweiten Zuwachsraten beim Carsharing profitiert auch der hannoversche Anbieter Stadtmobil. Derzeit sind rund 8200 Nutzer bei dem Unternehmen registriert, das sind 1000 mehr als noch vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum ist die Flotte um 50 auf 330 Autos gestiegen. Ein Grund für die Zahlen ist, dass die Stadt für Stadtmobil seit dem Sommer mehr feste Parkplätze zur Verfügung gestellt hat.

Auf die Sichtbarkeit kommt es an

Sichtbarkeit auf Straßen und Plätzen ist ein wichtiger Faktor für den Carsharing-Anbieter. „Seitdem wir die Stellplätze im öffentlichen Raum erhalten, nehmen viele Bürger erst richtig wahr, dass wir ganz in ihrer Nähe Fahrzeuge anbieten und eine echte Alternative zum eigenen Auto darstellen“, sagt Geschäftsführer Andreas Krämer. Dennoch liegen nur etwa 20 Prozent der festen Stellplätze so, dass sie auch für Passanten bemerkbar sind. Die überwiegende Zahl der Autos stehen eher versteckt auf Hinterhöfen oder in Tiefgaragen.

Allgemeiner Parkplatzmangel lockt Kunden an

Stadtmobil ist nach Angaben von Sprecherin Judith Siano vor allem dort erfolgreich, wo allgemeiner Parkplatzmangel herrscht – in den innenstadtnahen und dicht besiedelten Stadtteilen wie der Südstadt, der List oder der Oststadt etwa. Das Unternehmen gehört zu den Mischanbietern. 250 Autos stehen auf festen Stellplätzen, verteilt über 22 Stadtteile. Weitere 80 fahren als Stadtflitzer umher. Sie können dort abgestellt werden, wo Parkplätze frei sind.

Stetiges Wachstum ist angepeilt

Mehr Carsharing gehört zum Aktionsprogramm gegen die Luftverschmutzung, das der Rat beschlossen hat. Dort ist von 400 zusätzlichen Stellplätzen die Rede, aber bis dahin wäre es noch ein weiter Weg. „Weitere 25 sind uns derzeit genehmigt, und wir werden auch weiter Anträge stellen“, sagt Siano. Elektromobilität soll wieder einen größeren Stellenwert erhalten. Bis Ende 2019 will Stadtmobil zehn Stromer anschaffen. Generell wolle man weiter wachsen, aber nicht sprunghaft, sondern stetig.

„Bei uns steht nicht der Profit im Mittelpunkt. Wir sehen uns als innovativen Impulsgeber, der immer wieder neue Wege beschreitet, um umweltfreundliche Alternativen zum eigenen Auto zu schaffen“, sagt Krämer. Dazu gehöre auch, Preise zu senken, wenn es die Umsätze zulassen. Zuletzt ist dies im Juli vergangenen Jahres geschehen. Außerdem will Stadtmobil seine Aktivitäten nach und nach auf das gesamte Stadtgebiet ausweiten und damit auch in Quartiere gehen, wo das Geschäft schwieriger ist. Im laufenden Jahr soll Bemerode Carsharing-Autos erhalten, weitere Stadtteile auf de Liste sind etwa Anderten, Misburg und das Heideviertel.

2,46 Millionen Nutzer bundesweit

In Deutschland nutzten nach Angaben des Bundesverbandes Carsharing am Jahresende 2,46 Millionen Kunden das Angebot, sich mit anderen ein Auto zu teilen. Das waren immerhin 350.000 mehr als zwölf Monate zuvor. Auch flächenmäßig hat sich die Branche ausgedehnt und ist nun an 740 Orten verfügbar.

Überdurchschnittlich legte stationsbasiertes Carsharing mit festen Stellplätzen zu. „Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass diese Variante eine besonders hohe verkehrsentlastende Wirkung hat“, sagt Verbandsgeschäftsführer Gunnar Nehrke. 70 bis 80 Prozent der Nutzer besäßen kein eigenes Auto mehr.

Nach Angaben des Dachverbandes ersetzt ein Carsharing-Auto zwanzig private Fahrzeuge. Auf Hannover bezogen bedeutet dies, dass allein durch Stadtmobil 6270 Autos weniger in der Stadt unterwegs sind. Mit dem Unternehmen Greenwheels und einer Tochter der Deutschen Bahn sind neben dem Platzhirsch noch zwei weitere Anbieter am Markt.

Von Bernd Haase

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