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Aus der Stadt WC-Neubau mit Vortragsraum für rund 1,3 Millionen Euro
Hannover Aus der Stadt WC-Neubau mit Vortragsraum für rund 1,3 Millionen Euro
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19:36 13.09.2018
Schlicht und modern soll das neue WC-Haus im Berggarten wirken. Quelle: Hübotter + Stürken + Dimitrova Architektur und Stadtplanung Hannover (HSD-Hannover)
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Hannover

Der Eingangsbereich des Berggartens in Herrenhausen soll schöner werden, doch der Preis ist manchen Ratspolitikern zu hoch. Die Stadtverwaltung will das marode WC-Haus abreißen lassen, zusammen mit einer leer stehenden Garage und einem Teil der Gartenmauer. An gleicher Stelle soll ein „Neubau der WC-Anlage mit Vortragsraum“entstehen, wie es im Verwaltungsplan heißt, der am Donnerstag im Ausschuss des Oberbürgermeisters vorgestellt wurde. Kosten: Rund 1,3 Millionen Euro. „Bei dem Preis haben wir geschluckt“, sagt Gartendirektor Ronald Clark. Das ist manchen Ratspolitikern ähnlich ergangen. Auf Wunsch der CDU ist eine Entscheidung über das Vorhaben vertagt worden. 2019/2020 sollen die Bauarbeiten voraussichtlich beginnen.

Geplant ist ein kubischer Bau mit Sandsteinsockel und Stelen neben dem Eingang. Modern, aber zurückhaltend sei der Stil, sagt Clark. Aus Gründen des Denkmalschutzes darf das Bauwerk die Gartenmauer nicht überragen. Der Toiletteneingang wird versetzt, sodass Besucher das Gartengelände nicht mehr verlassen müssen, um das WC aufzusuchen. An den WC-Bereich schließt sich ein Multifunktionsraum an. Er misst 80 Quadratmeter und bietet Platz für rund 70 Zuhörer. „Ein Vortragssaal dieser Größe hat uns immer gefehlt“, sagt Clark. Der Raum sei ideal für Zusammenkünfte von Pflanzenfreunden, etwa der Orchideen- und Kakteenliebhaber. In erster Linie soll der Raum als Unterrichtszimnmer der „Grünen Schule“ dienen, die auf eine Initiative der Freunde der Herrenhäuser Gärten zurückgeht. Kindern sollen die botanischen Sammlungen in den Herrenhäuser Gärten erkunden. Der Verein fördert den gesamten Neubau mit einer Spende von 300.000 Euro.

Die Gesamtkosten von rund 1,3 Millionen Euro teilen sich je zur Hälfte auf WC- und Vortragsbereich auf. „Wir müssen ein teures Kassettendach bauen, weil die Gebäudehöhe begrenzt ist“, sagt Clark. Auch die Elektrik sei sehr kostspielig, zudem habe man einen großzügigen Sicherheitspuffer eingeplant.

Die Begründung stellt die CDU nicht zufrieden. „Die Baukosten sind abartig hoch“, meint CDU-Wirtschaftsexperte Jens-Michael Emmelmann. Die Kalkulation müsse man genauer unter die Lupe. Emmelmann moniert, dass die Baugenehmigung für den WC-Bau offenbar recht schnell gehe, Kinder in Hannovers Schulen aber mitunter zehn Jahre auf neue Klos warten. Der Zustand des Berggarten-WCs sei auch deutlich besser als in manchen Schulen, berichtet Emmelmann aus eigener Anschauung. Die FDP merkt an, dass Emmelmann offenbar das Amt des klopolitischen Sprechers seiner Fraktion bekleide.

Auch die Linke ist über den teuren Toilettenbau verärgert.. „Wir sollten über Kostentreiber wie Dachbegrünung und Dreifachverglasung nachdenken“, sagt Linken-Fraktionschef Dirk Machentanz. Gartendirektor Clark argumentiert, dass sich die Stadt an die vom Rat beschlossenen Baustandards halten müsse.

Der Ausschuss des Oberbürgermeisters soll eigentlich aufgelöst werden, das war eine der Forderungen der Ratsfraktionen in der Krise der Rathausspitze. Im Ausschuss am Donnerstag aber sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok auf Nachfrage von Grünen-Politiker Daniel Gardemin, dass noch mehrere Termine vereinbart seien und diese noch abgehalten werden sollten.

Von Andreas Schinkel

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